Plattenkritik

Integrity - Suicide Black Snake

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Release Date: 10.06.2013
Datum Review: 04.06.2013

Integrity - Suicide Black Snake

 

Nach zwei Spilts haben es INTEGRITY endlich wieder geschafft, ein neues Album einzuhassen. Auf „Suicide Black Snake“ verzichtet das „Kreativ-Duo“ um Hellion und Orr nicht nur auf unhörbare Experimente, sie machen damit auch einen großen Haufen auf aktuelle Trends und Attitüden und spielen sich so in Ansätzen näher an ihre Anfangstage, als man noch zu hoffen wagte.

Zugeben, die musikalischen Freiheiten, die sich Dwid Hellion im Laufe der Jahre unter dem Stempel INTEGRITY gönnte, waren nicht immer nachvollziehbar. Doch allmählich bekommt man den Eindruck, dass der Gute sich spätestens nach dem 2003 erschienen „To Die For“ wieder einigermaßen gefunden hat. Sicherlich ist dies auch Robert Orr zu verdanken, der INTEGRITY dank seines kreativen Einflusses wieder auf Kurs gebracht hat. Der neueste Output des Duos hört auf den Namen „Suicide Black Snake” und dieser präsentiert INTEGRITY roh, angepisst und auf das Elementare reduziert. So demonstrieren Hellion und Orr ihren extremen Hardcore auf den zehn neuen Tracks gewohnt angewidert und ungehalten. In Teilen wirken sie aber auch beschwörend, gar hypnotisch. Dabei haben sie sich keineswegs auch nur annähernd darum bemüht, die Songs in einem klaren, sauberen Klang zu hüllen. „Suicide Black Snake“ klingt, absolut rudimentär und „unperfekt“. Dennoch passt dieses abgewrackte Klangbild bestens zu den düsteren Songs und seiner „Anti-Alles-Stimmung“. Weder die depressiven Momente, wie sie in Songs wie „There Ain’t No Living in Life“ zu hören sind, oder die ständig runter gegriffenen oldschooligen Punkriffs und die eingerotzten, kollidierenden Soli hätten mit einer anderen Produktion eine ähnliche Stimmung transportiert. Glücklicherweise konnte Hellion seine kreativen Neigungen zu ungenießbaren Soundeskapaden ausbremsen und lässt diese auf „Suicide Black Snake“ gänzlich vermissen. Nur sein unverkennbares, hasserfülltes Gegröle ist geblieben und steht immer noch als das Markenzeichen für INTEGRITY.
Wohlmöglich befindet sich dieses Album wieder einmal an der Grenze des genießbaren, dennoch sind die zehn Songs das Hörbarste, was INTEGRITY seit langem veröffentlicht haben.

Trackliste:
1. Suicide Black Snake
2. I Know VVhere Everyone Lives
3. Beasts as Gods
4. There is a Sign
5. +Orrchida
6. All is None
7. There Ain’t No Living in Life
8. Detonate VVorlds Plague
9. Into the Night
10. Lucifer Before the Day Doth Go

Alte Kommentare

von Sascha 06.06.2013 10:41

Tatsächlich deutlich hörbarer, als zuletzt. Trotzdem ist der frische Wind verloren gegangen, der "To Die For" damals zu so einem furiosen Comeback-Album gemacht hat. Da wurde nicht so krampfhaft auf eine gute Produktion verzichtet. Letztlich Geschmacksache, aber mehr als "okay" find ich die neuen Sachen leider nicht.

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Mulder

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