Plattenkritik

Iron Maiden - "En Vivo!"

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 23.03.2012
Datum Review: 19.04.2012

Iron Maiden - "En Vivo!"

 

Muss man die neue IRON MAIDEN „En Vivo!“ (engl. „live“) sein Eigen nennen? Nun, diese knifflige Frage ist aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.

Der MAIDEN Fan/Sammler: Ja, klar. Nicht nur weil MAIDEN drauf steht, sondern weil diese DVD für mich folgende Reihe komplettiert: „Live in Rio“ - das phänomenale Konzert, mit allen geilen Hits. „Flight 666“ - eine der besten Musik-Dokus überhaupt, die tiefe Einblicke in das Tourleben der Musiker gibt und eine Tour-Erfahrung sondergleichen für Musiker, Crew und Fans ist, durch die ungewohnten Reiseziele (wer auf so etwas steht, aber nicht die Dekadenz von Rockstars ertragen möchte, wende sich an die sehr zu empfehlenden NOFX „Backstage Passport“ oder MxPx „Both Ends Burning“ Berichte; starker Kontrast, aber nicht minder geil !!!). Schlusslicht: „En Vivo“, das neben einer (gewohnt) satten Live-Show, inklusive Songs der neuen Scheibe „Final Frontier“, vor allem eine äußerst interessante zweite DVD im Gepäck hat: Wie plane ich eine IRON MAIDEN Tournee? Wer ist wie involviert? Wer baut, plant, befiehlt und führt aus? Wie ist es im Tourtross von MAIDEN zu sein? Wer das schon immer wissen wollte, sollte hier zugreifen. Es wird also mal das ausgeleuchtet was „Behind The Beast“ (Titel der Doku) passiert.

Für den Normal-Interessierten / Neuling / Nicht-Technik begeisterten: Ein durchaus interessanter Einblick, aber ich würde dann lieber auf das grandiose „Flight 666“ Spektakel verweisen wollen. Die Songauswahl gefällt mir da besser, der Schnitt, eigentlich die ganze Aufmachung.

Kritik:
Sicherlich beeindrucken, über zwei Dutzend HD Kameras und der Ton und so weiter, aber ehrlich: Es ist MAIDEN, die haben Geld. Ich würde da nichts anderes erwarten und wäre von allem anderen auch enttäuscht! Das ganze Konzert ist dahingehend cool, dass die Leute im chilenischen Estadio Nacional einfach extrem hart feiern. Immerhin: MAIDEN sind die erste Metal Band ever, die da spielen darf und das gleich vor 50.000 Fans, die ALLES mitsingen; Gitarrenakkorde inbegriffen. Dennoch: Die Atmosphäre gefiel mir auf den anderen beiden DVDs besser. Und die Songs: Die „Final Frontier“ Songs finde ich nicht besonders gelungen und live können diese meiner Meinung nach auch nicht wirklich überzeugen. Zumal Songs wie 'The Final Frontier' oder 'El Dorado' einfach zeigen, dass auch ein genialer Dickinson NICHT alles singen kann, was aus dem Rockbereich kommt. Außerdem missfallen mir die vielen Unterbrechungen durch Balladen, die nicht wirklich zünden wollen und eher die Dynamik schwächen. Was erwarte ich persönlich, wenn ich zu einem MAIDEN Konzert gehe, wenn die Band es zum ersten und vielleicht letzten Mal in meinem und deren Leben schafft in meine Stadt zu kommen? Genau: Hits!! Da ist es schon mal schlecht, wenn „Run to the Hills“ wegfällt. „Can I Play with Madness“, „Revelations“ oder „Wasted Years“ fehlen mir einfach im Programm. Bin ich ehrlich: Wenn ich zu Metallica gehe erwarte ich auch, dass die „Battery“ spielen und nicht „St. Anger“. Nennt mich den ewig Gestrigen, aber wenn man so viele Hits hat, dann soll man die auch spielen. Und wenn sie einem selbst zum Hals raushängen, haben sie ja nicht geleugnet, dann sollte man es dennoch tun. Für die Fans. Oder für mich, den ewig Gestrigen, der nicht wirklich Fan ist, aber ein Bewunderer der Intensität mit der die Band immer noch auftritt.

Und das gefällt mir eben: Die Band hat immer noch Spaß, das sieht man. Das kann man fast durch den Fernseh-Apparat fühlen. Dickinson hat eine Kondition, die beachtlich ist und spielerisch, reicht ihnen kaum einer das Wasser.

Aber auch für MAIDEN gilt der Grundsatz: „Ehrlichkeit währt am Längsten“. Aus Fan(Boy)-Sicht: 7 Punkte (für die fehlenden Hits). Für den der sich mit den Briten vertraut machen will: 6 Punkte (nicht das beste Konzert (unabhängig vom technischen Aufwand der DVD). Für den der wissen will, wie es als Techniker/Designer/Stagehand etc. bei einer großen Produktion/Band ist: 9 Punkte. 9 + 6 + 7 = 22 / 3 = 7.3. Unter 0,5 wird abgerundet, ergo = glatte 7 und ich
denke, das wird dem Produkt gerecht.

Linc

Tracklist

1. Satellite 15
2. The Final Frontier
3. El Dorado
4. 2 Minutes To Midnight
5. The Talisman
6. Coming Home
7. Dance Of Death
8. The Trooper
9. The Wicker Man
10. Blood Brothers
11. When The Wild Wind Blows
12. The Evil That Men Do
13. Fear Of The Dark
14. Iron Maiden
15. The Number Of The Beast
16. Hallowed Be Thy Name
17. Running Free

Alte Kommentare

von das 20.04.2012 01:01

konzert kann man hier begutachten: http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=kI1DpDxdkAw

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Linc

Autoren Bio

Singer-Songwriter bei "Linc Van Johnson & The Dusters" (Folk´n´Roll) Singer @ Supercharger (DK) Part of the ALLSCHOOLS family since 2006.

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