Plattenkritik

KEELE - Gut Und Dir

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Info

Release Date: 28.04.2017
Datum Review: 27.04.2017
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

01. Sauerstoff wird knapp
02. Terminal
03. Uwe Hochmut
04. Gut und dir
05. Geister
06. Siebenundzwanzig
07. Sektempfang
08. Hand Faust
09. Ich will bleiben
10. Über Grenzen
11. Grauwal

Band Mitglieder

 

Fips
Berti
Aal
Karbrüggn
Bär

KEELE - Gut Und Dir

 

Zwischen Verzweiflung, Hilflosigkeit und einem Schimmer Hoffnung. Zwischen Abwarten, Inne halten und der Flucht nach vorne. Zwischen Alternative, Rock, Emo, Indie, Pop und Punk.
KEELE.

Eines haben KEELE jetzt schon erreicht. Sie sind die erste Band in der 20jährigen Rookie-Records-Label-Geschichte, die aufgrund einer Bewerbung plus anschließendem Showcase, ganz ohne Vitamin B(eziehungen) oder sonstigen Empfehlungen aus dem Rookie-Records-Umfeld, unter Vertrag bei dem Freiburger/Hamburger Plattenlabel genommen wurde. Damit sind die 5 Jungs aus der norddeutschen Pampa nicht nur einzigartig bei den Rookies, sondern gleichzeitig Ansporn und Motivation für all die kleinen Bands aus dem deutschen Hinterland, die meinen, es ohne großartige Beziehungen nicht schaffen zu können - schön wenn es eine Band auch mal wieder auf diese Art und Weiße schafft, ein "größeres" Label von sich zu überzeugen und mit jeder Menge Rückhalt ihr Debüt auf den Markt werfen kann.

Das Debüt der Fast-Hamburger „Gut Und Dir“ klingt nach einer Mischung aus HERRENMAGAZIN, ALEX MOFA GANG, MATULA, MIKROKOSMOS23 und KETTCAR. Indie-Punk. Durchweg abgebrüht, klug und erfahren. Jede Zeile, jede Gitarrenspur, jeder Ton klingt durchdacht. Mal im positiven, mal im negativen Sinne. Dass es sich bei „Gut Und Dir“ um ein Debüt handeln könnte, kommt einem gerade deshalb nur selten in den Sinn. Ist es aber.
Die Stimme von Sänger Fabi steht bei den meisten Songs im Vordergrund, ist gut abgemischt und wird nur selten von Gitarrenspuren in den Hintergrund verdrängt, auch ohne besonders laut zu sein. Nicht wütend oder kratzig, sondern glatt und klar. Ohne große Ausbrüche, ohne Schreie, stets besonnen und beinahe poppig – ganz anders als bei den Label-Kollegen PASCOW, LOVE A oder KOETER, die von ihren Emotionen getrieben werden und von dieser perfekten Unperfektion leben. KEELE gehen einen anderen Weg,…

Anstatt auf punkige Kanten setzen Fabi (Gesang), Paddy (Gitarre), Alex (Gitarre), Fredi (Bass) und Malte (Schlagzeug) auf Indie-Gitarren, glatte Vocals und packende Refrains. Eingängig, nach Vorne gehend, immer für einen Ohrwurm zu haben.

Beinahe jeder Song ist ein Ohrwurm, fast jeder Refrain bleibt im Kopf und dennoch gibt es einen Haken: Zu oft gehen KEELE den einfachen, geraden Weg des geringsten Widerstands, der zwar genauso ans Ziel führt, wie der steinige Gang entlang der Klippe, dabei aber belangloser und schlichtweg langweiliger erscheint. Vieles ist glatt gebügelt, die meisten Kanten sind ausgefeilt und der Sound ist (genauso wie die Vocals) klar und deutlich.

KEELE sind jung, frisch und unverbraucht und in einem Alter, in dem man auch mal etwas ausprobieren/wagen kann. Ein bisschen mehr Abwechslung, ein paar mehr Ecken und Kanten und hier und da ein Alleinstellungsmerkmal hätten dem Debüt gut getan. So haben KEELE ein wenig das Problem eine Band von vielen zu sein. Wenn auch eine gute.

Autor

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Janik

Autoren Bio

Janik E. // 22 // love music. hate fascism.

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