Plattenkritik

Kalypso - Nyktophobie

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Release Date: 31.01.2011
Datum Review: 15.06.2011

Kalypso - Nyktophobie

 

Ich bin zugegebenermaßen absolut kein Fan vom sogenannten Deathcore. Bands wie CARNIFEX oder WHITECHAPEL kann ich mir auf Albenlänge einfach nicht geben. Natürlich habe ich nicht vor diese Musikrichtung im Allgemeinen zu "dissen", es ist nur, dass es einfach nicht mein Fall ist. Was grundsätzlich schonmal komisch ist, denn Deathcore soll ja angeblich eine Mischung aus Death Metal und Metalcore sein, beides Genres die ich sehr gerne höre.

Diesen Monat habe ich nun ein Album zugeschickt bekommen von einer deutschen Band namens KALYPSO. Und alle Zeichen stehen auf Deathcore. Ihr könnt euch sicher vorstellen wie sehr ich mich darüber gefreut habe! Jetzt aber die Pointe: Es ist gut. Sogar verdammt gut. Ich weiß nicht wie die 6 Jungs das hinbekommen haben, aber ihr Album klingt kein Stück nach Standard-Deathcore-Ware. Es klingt wie eine Mischung aus Death Metal und Metalcore. Vielleicht liegt es daran, dass nicht jeder Song zum Großteil aus Blastbeat-Geballer besteht und der Drummer sich ausnahmensweise mal nicht den Wolf triggert. Vielleicht ist es der Gitarrensound und die Breakdowns, die mich unheimlich an PARKWAY DRIVEs KILLING WITH A SMILE erinnern. Das Einzige was wirklich an dieses berüchtigte Genre namens Deathcore erinnert sind die Vocals. Da diese aber ausnahmsweise mal in Deutsch sind, haben sie selbst dort einen ungewöhnlichen Exoten-Bonus.

Ich kann nicht mal einen Anspieltip herauspflücken, da jeder einzelne Track ein riesiges Fass aufmacht und schnelle Blasts mit sauberster melodischer Gitarrenarbeit verbindet, nur um dann in einem angenehm unspektakulären und straighten Breakdown die Sau rauszulassen. Ein passendes Prädikat wäre wohl "Back-to-the-Roots"-Deathcore. Wäre jedes Release aus dem Genre so straight und voller Spielfreude, könnte ich das wahrscheinlich sogar öfter hören. Vielleicht hab ich aber auch einfach bisher die falschen Bands gehört. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass KALYPSO den Fokus klar mehr auf den Oldschool-Metalcore legen.

Nach all den Lorbeeren und der Lobhudelei jetzt aber der eigentliche Kicker: Das Album gibt es zum Gratis Download. Selbst wenn ich also an kompletter Geschmacksverkalkung leide, sollte jeder der auch nur Ansatzweise etwas mit Death Metal, Metalcore oder Deathcore anfangen kann seine Breitbandleitung mal für 5 Minuten in Richtung KALYPSO lenken. Es lohnt sich!

Tracklist:
01. Euer Niedergang
02. Tote Welt
03. Testreihe Pharao: Am Lebenden Objekt
04. Nachthimmel
05. Kranke Nacht
06. Fokus
07. Gebrochen
08. Straussentaktik
09. Grabrede
10. Unter Der Asche

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Georg

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