Plattenkritik

Kendis Dai - Blank Transmission

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Release Date: 27.07.2009
Datum Review: 21.10.2009

Kendis Dai - Blank Transmission

 

KENDIS DAI machen Post-Hardcore.

Das ist erstmal nichts besonderes, denn in den letzten Jahren sprießen Bands aus diesem Sektor an jeder Ecke aus dem Boden. Neben der oft schrecklich uninnovativen Musik haben die meisten gemein, das sie zwanghaft versuchen, aus diesem Raster auszubrechen, was in den meisten Fällen gründlich misslingt. Manchmal scheint es, als wolle keine Post-Hardcore-Band eine Post-Hardcore-Band sein, sondern möchte viel lieber eine schrecklich Innovative Band sein. Zu diesem Zweck findet man oft auf der Vorstellungsebene hunderte wilder Stilmixe, welche die Band angeblich in ihre Musik einbezieht, und auf der musikalischen Seite unglaublich neue Ideen zwischen Keyboards und Sampler-Orgien. Wenn man wissen möchte, dass die Jungs von Kendis Dai Post-Hardcore spielen, muss man sie schon fragen. Oder ihre Songs aufdrehen. Denn KENDIS DAI geben auf ihrer Seite nicht einmal ein Genre an, geschweige denn zig Einflüsse, sondern lassen lieber ihre Musik für sich sprechen.

KENDIS DAI machen Post-Hardcore.

Und das auf einer Vier-Track-EP, die das erste Lebenszeichen der Band darstellt. Schon seit längerem machten die damals über ganz NRW verstreut lebenden Bandmitglieder Musik, seit Herbst wohnen sie alle in Köln. Auch ihre EP "Blank Transmission" wurde in den hier ansässigen Audiospray Studios aufgenommen. Für einen Erstling ein überraschend guter und professioneller Sound, in den die Band viel Arbeit und Zeit gesteckt haben muss. Und doch scheint es streckenweise so, als ob gerade dieser Sound die Band bremst. Der Sound sowie die Songs wirken teilweise sehr glatt und durchdacht, eine Überraschung kommt selten auf. Post-Hardcore eben, nicht mehr, nicht weniger. Und doch, abschalten mag man nicht, denn KENDIS DAI können durchaus überzeugen. Technisch versiert, ein starker Sänger und ein wahnsinnig gutes Gefühl für Songs. Das ist Musik, für die das Wort catchy erfunden worden sein muss, die gut arrangierten Songs wirken in sich geschlossen und lassen KENDIS DAI zu den besseren des Genres zählen. Vor allem am Anfang legen die Jungs los, die ersten beiden Songs packen einen, reißen einen mit. Leider gelingt dies der zweiten Hälfte der EP nicht in diesem Maße, vielleicht auch weil die Songs ruhiger angelegt scheinen. Ein Wechselbad der Gefühle, zwischen starken Songs und dem Gefühl, das hier die stürmische Unbeholfenheit eines Erstlings fehlt.

KENDIS DAI machen Post-Hardcore.

Mit "Blank Transmission" liefern KENDIS DAI ein erstes Ausrufezeichen ab. Vom Design über die Aufmachung der CD bis zum Sound und den Songstrukturen ist das fast schon perfektionistisch aufgemacht. Die Songs könnten Streckenweise ein wenig mehr Druck vertragen. Auch wirkt das ganze teilweise zu verkopft respektive man bemüht sich zu sehr, die Leidenschaft in gezielten Dosen einzusetzen. In den Momenten, wo die Band ihren Spieltrieb auslegt, blitzen gute Ideen durch, welche sich jedoch in den Songs nicht entfalten können. Ein schlechtes Debüt ist das hier aber ganz und gar nicht, der Fünfer weiß wie man Songs schreibt und arrangiert. KENDIS DAI haben das Potenzial, sich einen Namen zu machen. Die Songs machen Lust auf mehr, und vor allem der Live-Auftritt strotzt vor der Energie, welche die EP streckenweise noch vermissen lässt. Beste Voraussetzungen für ein erstes Album - die größter Herausforderung hierbei wird sein, Ausrufezeichen zu setzen, welche das ganze auf Albenlänge funktionieren lassen. Das sie das schreiben guter Songs beherrschen haben die Jungs hiermit beweisen.


Für Fans von: NORMA JEAN; UNDEROATH; DROP DEAD, GORGEOUS
Anspieltipps: Walk with kings, Words to rivers


Tracklist
1. Words to Rivers
2. Walk with Kings
3. Sunwaves
4. The Impact

Alte Kommentare

von Steven 21.10.2009 22:59

Ich finde diese EP verdammt genial...

von vegan 22.10.2009 00:13

musikalisch gar nicht übel für ne debut ep....6 punkte würde ich auch geben....gesamtbild der band wirkt dennoch wie trendscheisse....

von Olafxyz 22.10.2009 00:27

review mal wieder top! sehe ich auch so. lediglich finde ich die zweite hälfte der ep was besser.

von oh man torsten 22.10.2009 04:46

nimm das nächste mal n duden zur hand, wenn du n review schreibst.

von typisch allschools... 22.10.2009 09:47

...immer schön überdramatisieren und sich feindbilder ausgucken. review ist gut, band stinklangweilig. hätte ne 4 gegeben, max.

von drop dead, gorgeous 22.10.2009 10:48

und underoath! mit diesen vergleichen tusst du der band echt keinen gefallen. würde ich sie nicht kennen, würde mich das absolut abschrecken.

von Torsten // allschools 22.10.2009 11:07

Mit welchen Bands würdest du sie denn vergleichen? Ich bin in dem Sektor nicht sonderlich bewandert. Underoath und Norma Jean lagen für mich aber sehr nahe.

von every time i die zb 22.10.2009 17:24

dann noch oceana, ne spur architects usw usf...

von ganz nebenbei 22.10.2009 17:26

für eine demo ist das echt n fettes teil. und deinem review nach verstehe ich die punktevergabe nicht. wenn etwas zu kontrolliert und zu kopflastig ist, du aber sonst davon schwärmst gibst du nur 6 punkte. nicht verständlich für mich. 8/10 meiner meinung nach.

von trueXemo 22.10.2009 17:42

naja. 6 ist schon fast zu hoch würd ich sagen. grad das gebiet was die jungs abdecken ist dermaßen von bands überflutet, fast alle deutlich besser. da kam wohl wieder ins spiel, dass man sich persönlich kennt.

von Torsten // allschools 22.10.2009 18:21

@ganz nebenbei: Ich habe auch zum Beispiel gesagt, das es einfach nur Post-Hardcore ist. Für eine 8 müsste die Band mich wirklich mitreissen, ich habe bisher nur ein mal eine solche Wertung vergeben. Bedenke mal, das die Skala von 1-10 geht, wenn das eine 8 ist, wo ist denn da dann noch Steigerungspotenzial? Alles nach dem ersten Album dann 9 und 10? Ich bitte dich, wir sind ja hier nicht bei der Visions. @truXemo: Das ist doch ein Witz, zu sagen fast (!) schon zu hoch und sich dann darüber zu zu beschweren, das die Wertung zu hoch ist, weil ich die Band kenne. In meinen Augen ist das ein faires Review, denn damit tut man einer Band den größten gefallen. Wenn ich sie hätte pushen wollen, dann hätte ich da auch nen CD-Tipp draus machen können, statt dessen habe ich mich bemüht so fair wie möglich vorzugehen. zu Every time i die, Oceana: Tut man damit ner Band nen größeren Gefallen als mit Underoath und Drop Dead, Gorgeous? Ich denke nicht.

von Heinzelmann 22.10.2009 18:31

warum gefallen? seit ihr geistig verwirrt? hört sich halt nunmal so an, nur die innovation fehlt. für ne ep isses ganz gut, recht hohes niveau aber es fehlt irgendwie das, was einen z.b. an norma jean mitreist, tröpfelt halt so vor sich hin.. schönes review

von mit ddg 22.10.2009 23:52

kannste dich samstag auf die domplatte stellen. aber selbst da wirst du mit so nem scheiß ausgelacht.

von ivan 23.10.2009 01:29

hey Torsten, danke dass du dir die Zeit für unsere EP genommen hast! Find die Review echt klasse...is ja klar dass man sich selbst immer die top bewertung wünscht aber wir wollen mal nicht übermütig werden ;) Ich finde zwar nicht dass die EP ab der 2. hälfte ruhiger und "weniger mitreissend" wird (gerade der 3. track "sunwaves" ist eigentlich der wildeste/härteste), aber das ist ja wie immer auslegungs -und geschmackssache! Gerade der letzte Song "The Impact" hat bisher den meisten Leuten am besten gefallen. Wie auch immer, danke für die Review und dass du dir überhaupt Zeit für uns genommen hast :) cheers an alle, ivan KENDIS DAI

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Torsten H.

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