Plattenkritik

LAK - Unter Verdacht.

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Release Date: 01.07.2009
Datum Review: 15.08.2009

LAK - Unter Verdacht.

 

LAK - wenn man den Namen hört denkt man als nicht Eingeweihter erstmal nicht daran, das hier Punkrock lauern könnte. Auch der volle Name LUST AUF KUNST lässt einen noch im Ahnungslosen tappen, erste Sorgenfalten bilden sich erst wenn man das CD-Cover von "Unter Verdacht." sieht. Hier steckt Punk drinnen, Gesellschaftskritik, einfache Songstrukturen, Texte zum mitgröhlen schreit das Bild einer Überwachungskamera dem geneigten Hörer entgegen. Und recht hat es!

LUST AUF KUNST gibt es bereits seit 1998, sie sind Punks der so genannten 2. Generation und haben sich mittlerweile in ihren Kreisen einen Namen gemacht. Nach etlichen in der Szene erfolgreichen CDs, Samplerbeiträgen (wie zum Beispiel auf den legendären Schlachtrufen BRD), Kassetten und diversen anderen Veröffentlichungen wurde es eine Zeit lang ruhig um die Band, doch nun erschien das Album "Unter Verdacht." auf dem eigens dafür gegründeten Label Lebendig Tonträger. Ob man hiermit als Hobbyanarchist an die guten Zeiten anschließen kann, wo doch die meisten ehemaligen Weggefährten mittlerweile Bierflasche, Wachs und Sicherheitsnadel gegen Wohnung, Job und Familie eingetauscht haben dürften?

Musikalisch verbeißen sich LUST AUF KUNST im typischen Midtempo-Punkrocksound, den sie routiniert abliefern. Hier und da schlägt mal ein kleiner Gainesville-Einfluss durch, insgesamt ist das jedoch arm an Überraschungen und guten Ideen, statt dessen wird das selbe Muster wieder und wieder verwendet. Fokus sind ganz klar die Texte, die alle Wände des guten alten Punker-Häuschens bestens tapezieren: da gibt es den A.C.A.B.-Song (Still not loving), den Faustschlag gegen die Konsumgesellschaft (Konsument, Trends), die Gesellschaftskritik an all den Feiglingen (Mitschuld), die Kämpfe weiter-Hymne (Steh auf) und das Ich-scheiß-auf-euch-alle-Lied (..anders lebe). Man merkt, das die alten Haudegen nicht aufgeben wollen, zumindest eine kleine Veränderung zu schaffen. Auch wenn es am liebsten wohl die ganz große Revolte wäre...

Am Ende ist kein Song dabei, der irgendwie ausbricht, weder nach unten, noch nach oben. Die Alt-Punker haben vermutlichen ihren Spaß bei der Sache und werden ihn auch hoffentlich weiter haben, doch die Musik ist und bleibt etwas für Die-Hard-Punker und Möchtegern-Gymnasiums-Rebellen, die bodenständigen Midtempo-Punk und ausgewaschene SLIME-Shirts zu schätzen wissen. Für Leute, die sich nicht explizit mit dem Genre beschäftigen, ist das hier leider nichts.

Punk's not dead.

Für Fans von: SLIME, RASTA KNAST, Oettinger
Anspieltipps: Keiner. Oder alle.


Tracklist
1. ..anders lebe
2. Still not loving
3. Trends
4. Konsument
5. Taten
6. Noch immer niemand da
7. Zusammen
8. Mitschuld
9. Lass es raus
10. Komme bestens klar
11. Unter Verdacht
12. Steh auf

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Torsten H.

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