Plattenkritik

LEFTÖVER CRACK - Constructs Of The State

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Info

Release Date: 27.11.2015
Datum Review: 20.11.2015
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

01) Archaic Subjugation
02) Don’t Shoot
03) Loneliness & Heartache
04) System Fucked
05) Slave To The Throne
06) Bedbugs & Beyond
07) Corrupt Vision
08) Last Legs
09) The Lie Of Luck
10) ¡Poliamor Fiesta Crack!
11) Vicious Constructs
12) Amanecer De Los Muertos
13) The War At Home

Band Mitglieder

 

Scott “Stza Crack” Sturgeon - vocals
Alec “Shibboleth” Baillie - bass
Brad “Minus” Logan - guitar
Donny “Skillets” Morris - drums
Chris “The Man” Mann - guitar

LEFTÖVER CRACK - Constructs Of The State

 

Ungenierte Großmäuler und Anarcho-Abos sind das, was der Gesellschaft 2.0 fehlt. Viel zu selten holt einer der sich traut zu tatsächlichen statt bloss virtuell eingemummelten Backpfeifen aus. Das ungenierte Großmaul Stza Crack und sein dauergültiges Anarchoabo sind das, wofür LEFTÖVER CRACK seit Tag 1 stehen.
 
Als die Punkband, auf die sich irgendwie alle einigen können, trifft der CHOKING VICTIM-Nachfolger den Zahn der Zeit. "An empire of slaves below a hypocrite perch / archaic subjugation, but you call it church" keift Polit- und Protestguru Scott "Stza" Sturgeon gleich zu Beginn des gerade einmal dritten Albums in vierzehn Jahren Bandgeschichte. Dazu brät der Fünfer gut durch, was Crustcore und Streetpunk unbeaufsichtigt liessen. Zu den Inhalten brauchen Titel wie "System Fucked" oder "Corrupt Vision" eigentlich keine Erklärungen mehr zu liefern, sie tun es aber trotzdem. Ersterer mit kantig-dreckiger Offbeatnote, wie sie seit dem Abtreten von OPERATION IVY schmerzlich vermisst wird sowie borstigem Refrain. "Loneliness & Heartache" erhebt zuvor den Zeigefinger gegen den mächtigen Menschenfeind Sucht und macht hintenrum den Sack in Sachen Singalong zu. Keineswegs eingefroren oder genötigt klingt das Material auf "Constructs Of The State", dessen umheimliches Artwork perfekt mit dem schroffen Output verschmilzt. Anstachelungen und Streichhölzer finden LEFTÖVER CRACK stetig und zur Genüge, Stücke wie "Bedbugs & Beyond" oder "The Lie Of Luck" kommen dabei heraus, wenn sich die Band mit dem ehemaligen F-MINUS-Gitarristen Brad Logan zum Auskotzen trifft. "Slave To The Throne" packt ernstgemeinte Thrashriffs aus, das zuvor genannte "Corrupt Vision" sonnt sich in neunzig kratzigen Skapunksekunden. LEFTÖVER CRÄCK sind keine musikalischen Revoluzzer und wollen auch keine sein. Die Band sortiert nur agil zusammen, was sich aus Puzzleteilen möglichst verschiendener Nischen basteln lässt. Melodische Dresche mit antifaschistischer Kampfansage bei "Don´t Shoot", dann krächzender Ska mit Bläserbreitseite ("¡Poliamor Fiesta Crack!"), letztlich gerappter Asselpunk zwischen TIME AGAIN und den CASUALTIES, der sich mit "The War At Home" gegen die Welt aus Korruption und Kriegstreiberei stellt. "Diffuse, Resist, React & Refuse! React, Reject, Collect & Abuse! / Conquistadors across the seas
have come ashore to spread disease / imprisoned in suburban homes / you will rot sick & die alone" Wenn Weltuntergang, dann lieber mit geballter Faust und einer Mittelfinger-Bibel wie "Constructs Of The State" anstatt geschönt serviert von Lügenvisagen in Schlips und Kragen.

Autor

Bild Autor

Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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