Plattenkritik

Lo Fat Orchestra - The Second Word Is Love

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Release Date: 30.03.2012
Datum Review: 08.05.2012

Lo Fat Orchestra - The Second Word Is Love

 

Vorhang auf, für eine nahezu lückenlose Interpretation des Minimalismus. Das Trio LO FAT ORCHESTRA trägt diesen ja gewissermaßen schon im Namen, die Instrumentierung spricht eine ähnlich Sprache. Das Label führt die Band und ihr drittes Album unter "Elektronik Garagesoul". Klingt wie eine Drohung, ist aber keine. Denn unter aller Andersartigkeit kann dieser Tonträger seine Intention im Herzen nicht verbergen - "The Second Word Is Love" ist im Grunde ein Popalbum. Mit Lovesongs.Y

Dabei geben sich die drei Herren namens Schmid, Zimmermann und Strohmeier (wo wir wieder beim Thema Minimalismus wären...) aller größte Mühe, ihre Musik dem Hörer zu versperren. Im Opener "Be Honest" treffen wabernde, unfreundliche Synthesizer auf eine, im wahrsten Wortsinne, auffordernde Männerstimme. Schlussendlich alles nur eine stimmige Verkleidung - "The Second Word Is Love" hat ein großes Herz. Was will man denn auch anderes von einer Kombination aus Schweizern und Schwarzwäldern erwarten? Wer sich bis hier hin an die allgemeine, augenscheinliche Unfreundlichkeit der Musik gewöhnt hat, muss wahrscheinlich bei "Going With The Punks" erstmal schlucken.

Warum? Wegen den Streichern. Streicher? Ja, Streicher. Ein großartiges Stück Musik, voller Sehnsucht und enttäuschter Erwartung, gefüllt mit anmutigem Geigenspiel und einem poppigen Gitarrenriff, vollendet von Schmid's emotionalem Gesang. Ein Song, so untypisch für die Band er auch ist, der einfach mitreißt und sich im Ohr festsetzt. Das Album versteht sich als einzige Steigerung in immer dramatischere Gefilde. Eine Orgel setzt ein, es wird über Unnötigkeit und Abhängigkeit von Liebe sinniert.

Am Schluss steht ein Album für alle, die gerade verlassen, verletzt oder missverstanden worden. Ein Album als Anti-Liebes-Gedicht mit bittersüßem Ende und einer dreckigen Pointe. Schlussendlich ist "The Second Word Is Love" aber einfach Pop mit Seele und Tiefgang.

Tracklist:
1. Be Honest
2. Don't Talk To Me
3. Take Me Home Tonight
4. Going With The Punks
5. Take My Love
6. Master 3000
7. I'm So Happy
8. No Sense
9. Waiting For Me
10. The Band Is Broke

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Enrico

Autoren Bio

Je ne sais pas. Ein Hoch auf meine Standardantwort im Französischunterricht in der Schule.

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