Plattenkritik

MOSSAT - II

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Info

Release Date: 26.08.2016
Datum Review: 16.09.2016
Format: CD Digital

Tracklist

 

01. Intro
02. Amok
03. Witch
04. Doom
05. Turncoat
06. W.E.F.S.
07. Alpha & Omega
08. II
09. Pestilence
10. Drown
11. Unblinded (feat. Christopher Extinct)
12. Wutbuerger (feat. Kevin Optimist)
13. Unbroken

 

 

Death Metal, Grind- und auch Hardcore werden dieser Tage so häufig angemischt wie Muttis traditionelle Spaghettisoße. Auch MOSSAT aus dem beschaulichen Hamm haben sich auf ihrem Erstling „II“ mit dieser Thematik auseinander gesetzt und sich darauf eine wirklich eigenständige Interpretation zusammengeprügelt.

Mal angenommen, das Ende aller Tage wartet an der nächsten Ecke. Der Himmel färbt sich schwarz und erbricht sich in Hektoliter Regenwasser über die Erde. Orkanartige Stürme zerfetzen Häuser und entwurzeln Bäume. Feuer brechen aus und stecken alles wohnbare und schutzbietende in Schutt und Asche. Und der gute, gebildete Mensch hat nichts anderes im Sinn, als in der Stunde der absoluten Apokalypse seinen eigenes Hab und Gut mit allen erdenklichen Mitteln und Abartigkeiten zu verteidigen. Komme was wolle. Und mittendrin fünf Jungs aus Hamm, die das Szenario so authentisch wie nur möglich vertonen. Dabei sind ihre Mittel genauso bekannt, wie nachvollziehbar. Was mit übersteuerten Gitarrenechos startet und sich so seinen Weg ebnet, dann mit kraftvollen Moshattacken aufbäumt, drückt mit „Amok“ richtig kräftig aufs Grindpedal. Kennt man. Hat man schon oft gehört. Dennoch besitzen MOSSAT die Fähigkeit, ihren Metal Hardcore Bastard so geschickt und ungnädig zu steuern, dass man als Hörer nie so recht vorhersehen kann, wohin die Reise geht. Das liegt zum einen an der Vielfalt im Songwriting. Ob schnell, brutal oder mal richtig langsam und zäh – hier sitzt und passt jeder Wechsel und jedes Arrangement. Oder anders gesagt: MOSSAT wissen genau, wohin und wie erbarmungslos sie ihre Schläge platzieren müssen, um richtig Schaden anzurichten. Auf der anderen Seite besitzen MOSSAT aber auch die musikalischen Eier, um mal eben ein Solo oder andere gehaltvolle Spielereien in ihre wuchtigen Songs zu platzieren, ohne das sie gleich die Kontrolle über selbigen verlieren.

Mit einer Spielzeit von knapp über fünfundzwanzig Minuten ist „II“ jetzt vielleicht nicht die brutale Offenbarung, aber mit Sicherheit ein dickes Ausrufezeichen aus dem extremen Untergrund. Daneben ist es MOSSAT auch hoch anzurechnen, dass sie in Zeiten, in denen manch andere Bands aus panischer Angst vor „Likeverlusten“ lieber die Schnauze halten, Stellung beziehen und textlich nicht nur die standardisierten Kriegsszenarien und Horrorphantasien thematisieren.

 

 

 

 

 

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Mulder

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