Plattenkritik

Martyrs - Every Day

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Release Date: 11.09.2012
Datum Review: 09.11.2012

Martyrs - Every Day

 

Manche Menschen aktivieren ihre Erinnerungen in dem sie sich alte Fotos anschauen, wiederum andere höre sich durch ihre alten Kassetten. Und genauso wie dieses Relikt gerade in der DIY Szene so etwas wie eine Renaissance erlebt, halten es sechs Franzosen mit ihrem Metalcore.

Entweder scheint die Zeit in Marseille stehen geblieben zu sein oder sie wurde bewusst zurück gedreht. Anders lässt sich „Every Day“, das Debüt von MARTYRS nicht erklären. Damit gräbt sich das Sextett so tief in die Vergangenheit des Metalcore, dass man sich glatt an alte Zeiten zurück versetzt fühlt. Als Blakened Metalcore bezeichnen MARTYRS ihren musikalischen Bastard und auch wenn sie Bands wie, ANAAL NATHRAKH und MARDUK als Einflüsse benennen, ist es im Grunde nichts anderes als das, was Bands wie ARKANGEL, ALL OUT WAR oder die Landsmänner von KICKBACK Mitte der Neunziger ausgiebig auf Kassette geknallt haben.
Sprich schnelle SLAYER-Riffs kombiniert mit jeder Menge Mosh. Und so lassen es sich MARTYRS auch nicht nehmen, genauso wie ihre Vorfahren ihr neun Track starkes Album mit einem düsteren Intro einzuleiten, bevor der totale Sturm losbricht. Selbst der Gesang der beiden Fronter ähnelt zum einem dem fiesem KICKBACK Gebelle und auf der anderen Seite auch noch dem guten alten Herrn Damien Moyal. Auch besser bekannt als Sänger der Metalcore Legenden MORNING AGAIN/ CULTURE. Sicherlich knallt diese Rezeptur beim ersten Song ganz ordentlich und auch beim zweiten Song wird noch leicht im Takt genickt, aber beim dritten Track beginnt „Every Day“ mit eintretender Monotonie im Songwriting, dann auch ganz schnell ins „Off“ zu rudern.
Einerseits ist es auf einer nostalgischen Sichtweise interessant zu hören, dass es da draußen immer noch Bands gibt, die nach alten Rezepturen ihre Musik inszenieren. Andererseits müssen sich MARTYRS aber eingestehen, dass sie damit ein wenig hinterher hinken.
Wenigsten haben sie sich bei der Artworkgestaltung nicht künstlich bemüht und irgendwelche vermoderten Statuen oder Heiligenbilder auf das Cover gepackt, sondern es gleich schwarz gelassen.

Trackliste:
1. Slaughter
2. Every Day
3. Growing to Kill
4 .Walking Among Wolves
5. Negative Faith
6. Strength
7. The Plague
8. Dream vs Reality
9. Outro

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Mulder

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