Plattenkritik

Menomena - Mines

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Release Date: 23.07.2010
Datum Review: 30.07.2010

Menomena - Mines

 

Auf der Bühne sollen sie angeblich Spass zusammen haben, im Proberaum herrscht wohl eher kalter Krieg. Songideen, die von allen dreien eingebracht werden, dienen hier als Opfer für perfide Sabotage. Kein Stein wird auf dem anderen gelassen. Das Haus muss erst zum Einsturz gebracht werden um es fertig für den Einzug zu machen. Harsches Schlagzeug hier, Saxophon da, und mir unbekannte Instrumente noch irgendwo anders. Copy & Paste, zerstückeln, zusammenfügen, Mosaikarbeit. Ist nicht letztendlich ein fein gestaltetes Mosaik aus vielen kleinen kaputten Teilen doch schöner als eine simple Steinplatte?

So klingt dann 'TAOS' wie einer der besten Kings Of Leon Songs (die Stimme), der mit den Geigen von Beck Hansens Sea Change Album und dem Piano von den Ben Folds Five in einen Mixer geschmissen wurde. Ach das Saxophon und den Chor gibt es noch als Topping. Wenn dazu noch Textzeilen wie, 'Underneath these fleshy room lies a beast with no control, I fed it once look how it's grown' kredenzt werden und 'TAOS' eigentlich die Abkürzung für 'The Art Of Seduction' ist, schwebt man im siebten Musikhimmel.

'Dirty Cartoons' hätte andererseits ein erstklassiger ruhigerer Song über Beziehungsprobleme ('… until we're romantically bored') werden können, wenn er nicht durch ein bollerndes Schlagzeug und einen dröhnenden Bass gestört werden würde. Aber halt! Wieso einfach wenn es auch kompliziert geht und man einen simplen, vielleicht schon öfters gehörten, ruhigen Song so auf mindestens drei Ebenen höher bringen kann.

Und so geht es weiter. In 'Tithe' reicht eine verzerrte Gitarre um die Strukturen aufzubrechen und den Raum zu öffnen. 'BOTE' beginnt verschroben und zerfahren, um sich dann mit Klavier und Schlagzeug einzugrooven. Nicht viel später wird das aber wieder zerschossen, um dann wieder aus der Asche aufzuerstehen.

Ein Füllhorn an Ideen und Melodien ist MINES geworden. Nicht immer einfach, aber immer groß, grandios, überwältigend. Wegen mir kann man es auch Kunstkacke nennen, dann ist es aber Kunstkacke aus Gold. Wegen mir können sich die drei auch weiterhin gegenseitig Sabotieren. Wegen mir sollen noch viele weitere Alben aus diesen Kämpfen entstehen. Denn dieses Album allein wird schon den Jahren, den Witterungen und den Meinungen standhalten. Es wird bestehen.

Tracklist:

1. Queen Black Acid
2. TAOS
3. Killemall
4. Dirty Cartoons
5. Tithe
6. BOTE
7. Lunchmeat
8. Oh Pretty Boy, You're Such A Big Boy
9. Five Little Rooms
10. Sleeping Beauty
11. INTIL

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Kilian

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