Plattenkritik

Metallic Attack - The Ultimate Metallica Tribute

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Release Date: 15.04.2006
Datum Review: 09.05.2006

Metallic Attack - The Ultimate Metallica Tribute

 

Wer’s geschafft hat, wird gecovert. METALLICA haben es schon lange geschafft, und wurden schon oft gecovert. Mit „Metallic Attack“ wird jetzt das bestimmt schon 10. METALLICA-Tribute-Album auf den deutschen Markt geworfen. Enthalten sind 10 Songs von „Kill ’Em All“ bis hin zum „Black Album“, die zur Hälfte von klassischen Metal-Bands und zu anderen Hälfte von zusammengewürfelten All-Star-Projekten eingespielt wurden.

MOTÖRHEAD haben für ihre Version von „Whiplash" im Jahre 2005 einen Grammy in der Kategorie beste Metal Performance gewonnen und haben sich dabei gegen CRADLE OF FILTH ("Nymphetamine"), HATEBREED ("Live For This"), KILLSWITCH ENGAGE ("The End of Heartache") und SLIPKNOT ("Vermilion") durchgesetzt. Es bleibt zwar ein fader Beigeschmack bestehen, wenn man ausgerechnet mit einem Coversong einen Grammy gewinnt, aber MOTÖRHEAD haben hier einfach alles richtig gemacht. Der Song passt zu ihnen und wurde gekonnt in den aktuellen Bandsound übertragen. Lemmy beweist außerdem mal wieder Humor und singt anstatt „We will never stop/ We will never quit/ Cause we are Metallica“ natürlich „Cause we are Motörhead“. Besser hätte „Metallic Attack“ gar nicht eröffnet werden können, aber leider war das auch fast schon das einzige Highlight des Albums. FLOTSAM & JETSAM verzichten auf das Intro und poltern nicht wirklich tight durch „Damage Inc.“. Dass Tommy Victor noch nicht viele Gesangsstunden hinter sich hat, stört bei PRONG nicht wirklich, bei „Enter Sandman“ fehlen aber doch ein paar Töne. DEATH ANGEL überzeugen handwerklich, können „Trapped Under Ice“ aber auch keine eigene Note verleihen. Das klappt bei „Nothing Else Matters“ mit Joe Lynn Turner leider schon eher; aus einer Metal-Ballade wird eine Hardrock-Schnulze. Da haben Page Hamilton und Scott Ian schon mehr zu bieten und bringen „Motorbreath“ um einige Jahre nach vorne. Das TESTAMENT’s Chuck Billy eine der geilsten Röhren im Thrash Metal hat, stellt er mit „Holier Than Thou“ gekonnt unter Beweis. Im darauf folgenden „Master Of Puppets“ passiert nichts Aufregendes. Whitfield Crane fehlt halt eine gewisse Eigenständigkeit in der Stimme, die Jack Emrick von LIFE AFTER DEATH definitiv zu bieten hat. Das ursprünglich klinische „Eye Of The Beholder“ macht sich gut im thrashigen Garagensound. Als Rausschmeißer gibt’s dann noch ein kraftvolles „Creeping Death“ von DARK ANGEL auf die Ohren.

Über den Sinn und Unsinn solcher Alben wurde an anderer Stelle schon genug geschrieben. Das man so etwas auch besser machen kann, beweist das sehr gute RAMONES-Tribute-Album „We’re A Happy Family“, auf dem viele verschiedene Genres vereint werden. Unter’m Strich bleiben 10 geile Songs, die größtenteils originalgetreu gecovert, anstatt neu interpretiert wurden. Braucht kein Mensch, macht aber teilweise Spaß.




Tracklist:
01. Whiplash - Motörhead
02. Damage Inc. - Flotsam & Jetsam
03. Enter Sandman - Tommy Victor, Nuno Bettencourt, Joey Vera, Scott Travis
04. Trapped Under Ice - Death Angel
05. Nothing Else Matters - Joe Lynn Turner, Bruce Kulick, Bob Kulick, Gregg Bissonette, Tony Franklin, Ryan Yerdon
06. Motorbreath - Page Hamilton, Scott Ian, Blasko, Ryan Yerdon
07. Holier Than Thou - Chuck Billy, Alex Skolnick, Doug Aldrich, Marco Mendoza, Eric Singer
08. Master Of Puppets - Whitfield Crane, Rocky George, Randy Castillo, Mike Inez
09. Eye Of The Beholder - Life After Death
10. Creeping Death - Dark Angel

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Floris

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