Plattenkritik

Morfin - Inoculation

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Release Date: 21.02.2014
Datum Review: 12.02.2014

Morfin - Inoculation

 

In der Kunst gibt es eine ganz feine Linie zwischen Kopie und Hommage. Gerade in der Musik ist das eine sehr subjektive Angelegenheit. So könnten auf der einen Seite böse Zungen behaupten, dass das Debütwerk „Inoculation“ der kalifornischen MORFIN nichts anderes als eine plumpe Kopie der Kopie darstellt. Auf der anderen Seite finden sich begeisterte Death Metaller, die hier das verschollene Album zwischen der „Leprosy“ und „Spiritual Healing“ abfeiern, welches so nie existierte. Wenn man es mal nüchtern betrachtet, haben beide Standpunkte ihre berechtigten Argumente. Zum einen stammt der Stil, den die bereits 2010 gegründete Band auf „Inoculation“ zu Tage bringt, aus den glorreichen Anfangstagen des amerikanischen Death Metals. Wüsste man nicht genau, dass das Album 2014 erscheint, man würde MORFIN sofort als verschollenes Juwel der seligen Achtziger feiern. Für die Einen ein Fluch, für die Anderen ein Segen. Songs wie das flotte, dennoch recht vertrackte „Viral Mutation“, das herrliche „Dark Creator, dass von Anfang an zum Kopfnicken animiert oder das etwas mehr ins Mett gehende „Cryostasis“ sind mit derart viel Liebe zum Detail und einer merklichen Hingebung gespielt und geschrieben, dass man als alter DEATH Hase nur frohlocken kann. Man höre sich auch das Basssolo „Primordial“. Stimmlich geht Sänger Jesus Romero als Mischung aus Chuck und Vaders Peter durch. Das hervorragende und stilsichere Artwork von „Badic Art“ tut sein letztes dazu, dass „Inoculation“ Death Metal atmet, schwitzt und schreit. Dieser veredelte 2012 aber auch schon das Debüt, der in eine sehr ähnliche Richtung gehenden SKELETAL REMAINS. Und schon wären wir wieder beim anfänglichen Argument. Im Endeffekt läuft es darauf hinaus ob man von dem Stil genug kriegen kann oder nicht. MORFINs Debüt ist zweifelsohne ein Stück Musik in das viel Herzblut geflossen ist. Ob man neben seiner Dreißig Jahre alten DEATH Kollektion noch etwas Platz im Regal hat, muss jeder selber wissen. Die Entscheidung ob Kopie oder Hommage liegt wie immer ganz beim Hörer. Persönlich sehe ich da noch einiges an Platz in meinem Regal.

1. Evil Within
2. Dark Creator
3. Lethal Progeny
4. Identity Killer
5. Cryostasis
6. Primordial
7. Inoculation
8. Brain Control
9. Viral Mutation
10. Leprosy ( Death Cover)

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Bart

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