Plattenkritik

Muff Potter - Von Wegen

Redaktions-Rating

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Release Date: 01.01.1970
Datum Review: 12.10.2005

Muff Potter - Von Wegen

 

MUFF POTTER kann man ja mittlerweile als Institution im deutschsprachigen Punkgeschäft mit intelligenten Texten bezeichnen. Zwar hat man sich in der 12jährigen Bandgeschichte stetig den poppigeren Klängen angenährt, ist sich jedoch durchweg treu geblieben. Diskutiert wurde über die Münsteraner in der Szene auch schon diverse Male. Regte sich die Zeigefingerfraktion vor einiger Zeit über die stattlichen Gagenvorstellungen der Band auf, führte die Ankündigung eines Signings bei Universal natürlich zu erneutem Diskussionsstoff und der ein oder andere Sell Out Vorwurf hallte durch verschiedene Foren.

Dass MUFF POTTER in Bezug auf Universal eine bereits komplett fertige Platte ohne Zutun des Labels in den Deal einbrachte und weiterhin die Zusicherung kompletter künstlerischer Freiheiten hat, sollte an dieser Stelle dann doch erwähnt werden. "Von Wegen" ist der Name der neuen Scheibe, die die ganzen Zweifler und Kritiker schnell eines Besseren belehren dürfte. Das Album trägt von vorne bis hinten den charmanten Beigeschmack, der der Band seine Fangemeinde beschert hat. Die zwölf Tracks sind ziemlich sauber und an mancher Stelle weniger rau als der Vorgänger aufgenommen, doch diese Tendez zur Verfeinerung der eigenen "Angry Pop Music" war ja bereits absehbar und auf den Konzerten der vergangenen Monate hat man den rockigen Opener "Allesnurgeklaut" oder das hymnische "Den Haag" bereits fest ins Herz geschlossen. Aber auch der Rest der Platte macht unglaublich Spaß und mit einem seligen Lächeln bestaunt man die Vielseitigkeit, die die Potters leichtfüßig auf Cd gebannt haben. Gerade einmal 3 Monate nahm man sich diesmal für das Songwriting Zeit und schoss zielsicher aus der Hüfte. "Von Wegen (aus Gründen)" rechtfertigt in sanftem Erzählton die Anwendung von Gewalt wenn es um Liebe geht und Textzeilen wie "Na klar kann ich fremde Menschen leiden, solang sie fremde Menschen bleiben" sind ein Paradebeispiel der potterischen Textkunst. Leidenschaft und Spontanität sind die punktenden Schlagworte, die einem mit "Von Wegen" ins Gesicht hüpfen und die omnipresente Unzufriedenheit von Nagel und Konsorten einrahmen. Das Album braucht gelegentlich ein wenig Zeit und Raum zur Entfaltung, brilliert anschließend jedoch umso mehr. Ein klarer Kauftipp!

TRACKLISTE
1. Allesnurgeklaut
2. Wecker? Tickt.
3. Alles Was Ich Brauch
4. Punkt 9
5. Antifamilia
6. Von Wegen (aus Gründen)
7. Wenn Dann Das Hier
8. Feuerficker
9. 22 Gleise Später
10. Bring Dich Doch Selbst Nach Haus
11. Born Blöd
12. Den Haag

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Torben

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Allschools Chef

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