Plattenkritik

My Dying Bride - A Map Of All Our Failures

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Release Date: 19.10.2012
Datum Review: 24.10.2012

My Dying Bride - A Map Of All Our Failures

 

Die Blätter fallen, draußen wird es wieder früh dunkel und man setzt sich gerne mit einem guten Buch an den warmen Kamin – oder wahlweise auch an die Heizung. Eine bessere Zeit hätten sich MY DYING BRIDE wohl nicht aussuchen können um ihr zwölftes Album unter die Leute zu bringen. „A Map Of All Our Failures“ heißt es, die Herbstdepression fördert es.

Nach dem Klassik-Ausflug „Evinta“ und der EP „The Barghest O' Whitby“ sind die Engländer wieder zum Albumkonzept zurückgekehrt. Acht Songs befinden sich auf „A Map Of All Our Failures“, große Neuigkeiten sucht man vergebens. Nach dem großartigen Vorgängeralbum „For Lies I Sire“ besinnt man sich nur noch auf Finetuning. Warum auch nicht, schließlich haben MY DYING BRIDE schon oft genug bewiesen, dass sie zu den besten Bands des Death/ Doom-Metal-Genres gehören. Dieses Mal verlassen sie sich eben auf ihre Stärken. Aaron Stainthorpe Stimmgewalt und ein Gespür für traurige, ergreifende Melodien. Diese treiben wie immer sogar die größte Frohnatur in die Melancholie.
Verzweiflung und Nachdenklichkeit gehen Hand in Hand und machen „Like A Pepetual Funeral“ oder „Hail Odysseus“ zu den Trauerklößen, die sie geworden sind. Dennoch schwingt wie immer auch dann und wann ein kleines Stückchen Hoffnung mit. Die Lichtblicke kommen meist überraschend, sind genauso schnell wieder vorbei wie sie gekommen sind, tun dem Album aber sehr gut.

Wer bisher schon ein großer Fan der Band war, wird auch bei „A Map Of All Our Failures“ anfangen zu weinen. Wer jedoch nichts mit den Briten anfangen konnte oder sich Weiterentwicklung erhofft hat, der verfällt höchstens in müdes Gähnen.
MY DYING BRIDE präsentieren ein gereiftes Album, welches die Leistung von „For Lies I Sire“ bestätigt, an vielen Stellen aber auf Sicherheit bedacht ist. Einige Lieder zünden nicht sofort, wer dem Werk jedoch seine Aufmerksamkeit widmet wird mit allumfassender Trauer belohnt werden.

Tracklist:
1. Kneel till Doomsday
2. The Poorest Waltz
3. A Tapestry Scorned
4. Like A Perpetual Funeral
5. A Map Of All Our Failures
6. Hail Odysseus
7. Within The Presence Of Absence
8. Abandoned As Christ

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Manuel

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Ich schreibe Artikel. Manchmal schlecht, manchmal gut, immer über seltsame Musik.

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