Plattenkritik

Myopia - Enter Insectmasterplan

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Info

Release Date: 01.01.1970
Datum Review: 24.05.2007

Myopia - Enter Insectmasterplan

 

Dies ist das erste Album, das mir ansatzweise gefällt und auf Selfmadegod läuft. MYOPIA (aus Polen) spielen einen interessanten Mix aus Thrash Anleihen und Mathcore, der aber auch noch Raum für gewisse Progspielereien lässt, ohne aber zu episch oder gar weich zu klingen, denn bei MYOPIA wird das musikalische Gaspedal konsequent durch den Fußraum getreten. Bassist und Sänger Robert Kocon erinnert hier und da an Max Cavaleras, was fragmentell sehr gut klingt, aber auf die Dauer an Faszination verliert. Schade eigentlich. Die Musik ist sehr stark Riff- und Rhythmusorientiert, aber ohne die Chaostypischen 20 Akkordwechsel in einem Song und dennoch kann man über MYOPIA alles sagen, nur nicht, dass sie Minimalisten wären. Der Drummer wirbelt derartig auf seinem Kit rum, dass mein Hirn das Bild vom ‚Tier’ in der ‚Muppetshow’ auf die Rückwande meiner Augen projeziert.

Dass Robert gleichzeitig singt und den Bass bedient, ist wirklich beachtlich, denn so manch einer kann sich nur auf die eine Sache ganz und gar einlassen, sodass nicht ein Instrument darunter leidet. Gut, ist Studio, dass wäre ein Ansatz zur Diskussion und wirft die Frage auf, ob sie auch live ihre Qualität halten können. Bis dahin ist „Enter Insectmasterplan“ ein Thrashalbum der Moderne, auch wenn die Einflüsse Voivods und Pestilence, doch klar im Rythmusdickicht wieder zu erkennen sind.

Ein Problem ergab sich dann allerdings dann doch mit der Zeit, eines, welches viele Bands schlecht unter Kontrolle bringen können. Es sei denn, dass es nur mir so geht: Der künstlerische Anspruch ist grundlegend gegeben, nur mein Bedürfnis nach Abwechslung und Vielfältigkeit wird nicht befriedigt und daher wirkt „Enter Insectmasterplan“ in meinen Ohren irgendwann eintönig und birgt nicht mehr viel Überraschungspotential. Aber bis ‚Clones….’ konnte ich mir das Album gut anhören, denn die Produktion ist klar, dünn und scharf, wie eine Rasierklinge. Allerdings ist MYOPIA mit diesem Output aus meiner Sicht noch unterdurchschnittlich, nicht wegen mangelnden instrumentellen Könnens, sondern wegen des Verlustes des Überraschungsmomentes.


Tracklist
1. Introth
2. Planet Groth
3. The Colony
4. Factor X
5. Project Insect
6. Clones…
7. Masterplan
8. Planet Earth
9. Forgotten Race

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Linc

Autoren Bio

Singer-Songwriter bei "Linc Van Johnson & The Dusters" (Folk´n´Roll) Singer @ Supercharger (DK) Part of the ALLSCHOOLS family since 2006.

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