Plattenkritik

NATHAN GRAY COLLECTIVE – Until The Darkness Takes Us

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Info

Release Date: 03.03.2017
Datum Review: 28.02.2017
Format: CD Digital

Tracklist

 

1. Heathen Blood
2. Lusus Naturae
3. Skin
4. Desire
5. Damascus
6. Set Up
7. Anthemic Hearts
8. At War
9. Remains 04:27
10. Memento Mori
11. Until The Darkness Takes Us
12. Jettison
13. Dark Fire

Band Mitglieder

 

NATHAN GRAY
DANIEL E. SMITH

NATHAN GRAY COLLECTIVE – Until The Darkness Takes Us

 

Nathan Gray zählt mit seiner bisherigen musikalischen Historie zweifellos zu den konstanten Wegbegleitern der HC Szene. Als Fronter von BOY SETS FIRE hat er über Jahrzehnte hinweg den melodischen Hardcore angeführt und mit seiner unvergleichlichen Stimme zu mehr als nur einer Revolution aufgerufen. Auf seinem ersten Soloalbum „Until The Darkness Takes Us“ bewegt er sich auf ganz anderen musikalischen Pfaden und zeigt auch sich selbst von einer ganz anderen Seite.

Machen wir es uns ganz einfach und sagen: „Auf „Until The Darkness Takes Us“ präsentiert Nathan Gray seine Vorliebe für elektronische Musik und kombiniert diese und seinen Hang für Satanismus mit seinen altbekannten musikalischen Wurzeln. Das funktioniert auf den dreizehn Tracks jedoch nur bedingt gut, da dieser stark unterkühlte und düstere Industrialmix Grays fabelhafter Stimme mehr Licht nimmt als spendet.“.

Aber so einfach macht es „Until The Darkness Takes Us“ seinen Hörern nicht. Oder zumindest nur denen, die vorher noch nie den Namen Nathan Gray gehört oder gelesen haben. Einer Persönlichkeit, die immer als Motivator und Stehaufmännchen galt und immer etwas Positives ausstrahlte. Anno 2017 wirkt dieser jedoch wie jemand, der von Gott und der Welt verlassen scheint und nun mit Hilfe satanistischer Elemente und Gedankengänge einen neuen Alleingang startet.

Versuchen wir es mal so.

Was auf der 2015 veröffentlichten EP durchaus überraschte und musikalisch auch weitaus interessanter klang, als die zuletzt erschienene BSF Platte „Boysetsfire (2015)“ funktioniert auch auf dem Debütalbum recht gut. Angefangen bei „Heathen Blood“ ist die Kombination aus elektronischen Elementen, Pianoklängen und der markanten Stimme Grays, gepaart mit direkten Gitarrenriffs und dem kraftvollen Drumming wirklich gelungen. Auch „Lusus Naturae“ folgt dieser Rezeptur und birgt etwas Hoffnung auf ein starkes Album. Doch von da an ist es mehr ein schwer verdauliches auf und ab, welches hart an der Toleranzgrenze seiner Hörer nagt.

Denn mit „Skin“ greifen Gray und sein musikalischer Mitstreiter Daniel E. Smith etwas zu arg in die nach „Eurodance“ klingende Elektrokiste und tauchen dann auch noch auf „Desire“ in Trancewelten ab, die bereits in den Neunzigern verboten waren. Wäre „Damascus“, wie auch alle anderen Texte des Albums, inhaltlich nicht so bittere Kost, würde diese reduzierte Nummer schon als weiteres Highlight des Albums durchgehen. Einzig „Anthemic Hearts“, was sich im Grunde als typische BSF Ballade inszeniert, kann hier noch als gelungen erwähnt werden. Der Rest verirrt sich eher in schlecht vertonten Klangexperimenten.

Sicherlich steckt in diesem Album sehr viel Herzblut und eine tiefe, innerliche Offenbarung. Auch ein intensive Auseinandersetzung mit den Texten von „Until The Darkness Takes Us“ zeigt, dass das Schreiben dieses Albums für Nathan Gray so etwas wie eine Bewältigungstherapie der in der Vergangenheit erlebten Schicksalsschläge zu sein schien.

Doch am Ende überragt hier der bittere Beigeschmack, der sich durch den Großteil der Songs zieht. Zum Schluss muss jeder für sich entscheiden, wie weit er sich mit der neuen musikalischen Verwirklichung von Nathan Gray arrangieren kann und dem eingeschlagen Weg folgen möchte.

 

 

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Mulder

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