Plattenkritik

NOVELISTS - Souvenirs

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Info

Release Date: 13.11.2015
Datum Review: 29.10.2015
Format: CD Digital

Tracklist

 

01. Inanimate
02. Earth Grazer
03. Gravity
04. Antares
05. Ouroboros
06. Black Lights
07. Voyager
08. Muchos Touché
09. Echoes (feat. Pierre Danel)
10. 5:12 AM (feat. Plini Roessler-Holgate & Lotti Holz)
11. The Lichtenberg Figure
12. Souvenirs

Band Mitglieder

 

Matt Gelsomino - Vocals
Florestan Durand - Guitar
Amael Durand - Drums
Charly Kelevra - Guitar
Nicolas Delestrade - Bass

NOVELISTS - Souvenirs

 

Manchmal ist Metalcore ein nasser Sack, der nicht so einfach zu bewegen oder zu kontrollieren ist. Einmal darauf eingelassen, suchen Innovation und Ausflüchte oft vergeblich einen Trainingspartner im schmalen Mekka. NOVELISTS aus Paris leisten ihren Beitrag und setzen dabei auf Technik und Finesse sowie auf gut gemeinte Beziehungen.
 
Der Blick durch die Fenster des Artworks lässt die Hoffnung bereits verpuffen. Nicht so das flirrende Klavier im Intro zu "Inanimate". Die Franzosen beginnen klassisch, bedienen aber im Kern Klischees. Zwar liegt der Focus hier laut Eigenaussage auf "progressivem" als auf stumpfen Geholze, dennoch schafft es die Band auf ihrem Debütalbum nicht oft, Dynamik und Spannung mit an den Tisch zu bitten. "Gravity" ist zu flach arrangiert und zischt vom idyllischen Intro bis zur klaren Choruslinie ohne nennenswerte Akzente durch die Boxen. Auch "The Voyager" oder "Antares" lassen sich produktionstechnisch nicht lumpen und verbinden Gitarrenbrett, Gegniedel und Doublebass zu einem homogenen Soundklumpen, der so praktisch jeden Moment der Platte durchzieht. Ein Spritzer Djent, eine Idee Hardcore - im weiteren Verlauf zählen für "Souvenirs" hauptsächlich Scheuklappen. Anstelle von kurvenreichen Riffs oder cleveren Lautstärkepassagen gibt es bei NOVELISTS hauptsächlich monotones Gebretter, was im Falle von "Echoes" tatsächlich wie ein Nachruf seiner selbst, bei "Earthgraver" immerhin noch ausgeschlafen und kämpferisch klingt. Schade, denn handwerklich ist klar herauszuhören, dass die beiden Gitarristen Florestan Durand und Charly Kelevra nicht gerade zimperliche Riffs austeilen. Einzig "5:12 AM" bekommt einen alternativen, fast epischen Ansatz ab, bei dem sich Plini Roessler-Holgate und Lotti Holz als Studiogäste empfehlen und das Spektakel aus metallischen Soli und Balladenprotzrock in eine klangliche Gegenrichtung lenken. Um das Steuer herumzureissen, ist es zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits fast zu spät. Hilfe in Form von eigenständigen oder anspruchsvolleren Schachzügen nimmt der Progmetal von "Souvenirs" in seinen fünfzig Minuten nur zögerlich entgegen.
 
 

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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