Plattenkritik

Naglfar - Harvest

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Release Date: 23.02.2007
Datum Review: 15.02.2007

Naglfar - Harvest

 

Ich erinnere mich noch sehr genau an mein erstes Zusammentreffen mit der Musik von Naglfar: Vor vier Jahren bekam ihr vorletztes Album im Rock Hard volle 10 Punkte und schnellstmöglich machte ich mich daran "Sheol" (eben diese Scheibe) zu besorgen. Ich war begeistert und bin es heute noch. Natürlich folgte auch der Erwerb ihres unsterblichen "Vittra"-Meilensteins (das Debut aus dem Jahre 1995) und nach dem ebenfalls bärenstarken "Pariah"-Machwerkes liegt nun also "Harvest" in meinem Player. Das geile an Naglfar ist, dass man sich einfach auf sie verlassen kann.

So ballert auch "Harvest" mit dem Opener "Into The Black" nicht direkt los, wird schleppend eingeläutet, ehe die Hölle losbricht, über der ein entfesselt schreiender Kristoffer W. Olivius seine Bande förmlich immer neu antreibt. Das sei zwischendurch so oder so erwähnt: Der Werdegang vom damaligen Basser zum heutigen Fronttier hat astrein funktioniert.

Bei Songs wie "Odium Generis Humani" bleibt einem dann eigentlich nur noch ungläubiges Stutzen. Die epischen, erhabenen Melodien aus den Händen des genialen Gitarrengespanns Norman/Nilsson sind derart scharf, eisig, rasendschnell und klirrend, wie man sie im Black Metal heute leider, leider viel zu wenig findet. Satyricon's "Filthgrinder" fällt mir als Verweis ein, bezogen auf Feeling und Geschwindigkeit. Dem nicht genug, so erinnert man sich beim Anfang von "The Darkest Road" an den unsterblichen Blast-Riff von "Mother North", und das meine ich nur im Guten. Marduk oder Dissection kann man zudem auch als Vergleiche heranziehen, allerdings haben Naglfar schlicht eine eigene Präsenz und Gewalt, die andere fast ein wenig verblassen lässt. Ein Song wie "Feeding Moloch" muss nicht kommentiert werden. Es reicht einfach zu sagen, dass der Name Bände spricht. Der finale Titeltrack beweist mit epischen Strukturen dann auch noch, dass finstere Kunst auch morbide schleppend erzeugt werden kann.

Die Gitarren spielen nicht, sie sägen. Olivious singt nicht, er schreit sich die Seele aus dem Leib. Drummer Matthias Grahn drummt nicht, er ballert ein Fundament an Finsternis. "Harvest" ist ein pechschwarzes Gesamtkunstwerk, dessen Genialität von vielen anderen nordischen Bands seit Jahren nicht mehr erreicht wird. Das macht "Harvest" umso wertvoller.

Tracklist:
1. Into The Black
2. Breathe Through Me
3. The Mirrors Of My Soul
4. Odium Generis Humani
5. The Darkest Road
6. Way Of The Rope
7. Plutonium Reveries
8. Feeding Moloch
9. Harvest

Alte Kommentare

von ratatoesk 16.02.2007 08:27

Also die Pariah hat sich sehr schnell bei mir abgenutzt, aber in die neue werde ich auch mal reinhören.

von 7 angels 16.02.2007 13:48

die werden immer mainstreamiger...die düstere aggression von alben wie vittra oder diabolic ist passé

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