Plattenkritik

Nero Di Marte - Nero Di Marte

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Release Date: 18.03.2013
Datum Review: 17.02.2013

Nero Di Marte - Nero Di Marte

 

Wer die Meinung verfolgt, dass sich im Death Metal, oder Metal allgemein, seit Jahren sowieso alles nur wiederholt und man dem Genre nichts oder nur wenig Neues hinzufügen kann, wurde durch Erscheinen von ULCERATE eines besseren belehrt. Das Quartett hat mit seinem Debüt „Of Fracture and Failure“ bewiesen, dass man dank neuangewandter progressiver Gesetze Mittel wie Atmosphären und Rhythmen komplett auf den Kopf stellen und sich damit in unerforschte Klangsphären spielen kann. Dass sich auch dafür irgendwann gleichgesinnte Nachahmer finden, war sicherlich absehbar.

Ähnlich wie die Neuseeländer bewegen sich auch die Italiener von NERO DI MARTE auf völlig losgelösten Untergründen. Vollkommen ungezügelt agieren die Musiker und spielen sich scheinbar unabhängig voneinander an ein gemeinsam gesetztes Ziel. Ihr progressiver Death Metal setzt häufig die Gleichungen des Djents außer Kraft und kehrt diese ins Negative um. Anders als bei den schon so abgegriffenen Riffvarianten des populären Druckmittels, verschmelzen die Gitarren nicht mit der ungeraden Rhythmik der Drums und engen sich damit nicht im Stakkato ein. Damit verlieren sie nie ihre Kraft und verenden als pure Druck erzeugenden Begleiterscheinungen. Die Gitarren, welche oft offen und stehen gelassen gespielt werden, wirken wie ein Paralleluniversum, welches die präzisen und detailreichen Schlagzeugeskapaden wie ein dichter Schleier umhüllt. Dieser erzeugt ganz eigene, mystische Atmosphären, welche kaum greifbar und nie zu erahnen sind, aber dem Album das notwendige Leben und eine unbändige Kraft einflößen. Einzig die klar strukturierten, GOJIRA-ähnlichen Gesänge fügen dem Ganzen eine geradlinige Orientierungshilfe hinzu.
Das Debüt der Italiener kann zu Beginn komplex und leicht fordernd klingen, findet aber nach einer kurzen Eingewöhnungsphase zu einem seltenen und spannungsgeladenen Hörerlebnis. Sicherlich haben NERO DI MARTE ihre Inspirationen an vielen, bereits bekannten Quellen geschöpft. Um diese aber schlüssig und zu einem Ganzen zu vereinen, bedarf es weitaus mehr, als die simple "copy and paste" Formel anzuwenden. Eine Band von der man in Zunkunft sicherlich noch hören wird.

Trackliste:
1. Convergence
2. Time Dissolves
3. Resilient
4. Nero Di Marte
5. Drawn Back
6. Anoptikon

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Mulder

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