Plattenkritik

Noise Of Minority - If You Don´t Wanna Change, You Don´t Have To

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Release Date: 29.07.2011
Datum Review: 06.10.2011

Noise Of Minority - If You Don´t Wanna Change, You Don´t Have To

 

Danke, NOISE OF MINORITY. Danke für Euer Angebot. Wer sich nicht ändern will, soll´s eben lassen. Punkt. Soweit sollte es mit der Zustimmung glimpflich aussehen. Dann kommt da noch das zweite Album des laut Eigeneinschätzung “modernem, melodischem und hartem Fünfers“ aus dem schönen Bayern. Achtung: Nur auf dem Bandfoto böse gucken zählt nicht!

„If You Don´t Wanna Change, You Don´t Have To“ klingt ja soweit klar wie Kloßbrühe. Und somit setzt sich auch der eröffnende Titeltrack schön breitbeinig und sauer mit einem Bein auf dem Core-Stuhl und mit dem Hintern direkt auf die Metal-Couch. Es hagelt Gekreische, grunzende Strophen und gelegentlich tatsächlich Melodie im Ansatz. „I´ll See You At Sunset“ oder „I Am Right Here“ klingen bullig und sind klotzig produziert. Jedoch springt kein zündender Charakterfunke aus dem Albumgewand, der NOISE OF MINORITY Spannung, Definition oder das gewisse Etwas bescheren könnte. „The Bendover And Grabshoulder“ wartet mit glatter Riffarbeit und leuchtendem „Death“ auf dem Metalshirt, trotzdem nimmt man hier eher das Gespür für modisch oberflächlichen Sound und abgewetzt durchgespültes Songwriting wahr. Sänger Chris entlockt seinem Hals ein Sammelsurium aus Stimmlagen, „Sorry Darling, I Have To Break Up“ könnte inklusive freundschaftlichem Gastauftritt durchdringender und imposanter kaum sein, und doch versteckt sich mit fortlaufender Trackanzeige der ungebetene Gast im Metal(-core): Die sich nähernde Belanglosigkeit. Trampelt „The Beauty & The Beast“ auch noch so angepisst und brutal durch den schwäbischen Flur, „If You Don´t Wanna Change, You Don´t Have To“ kommt auch mit gebügelt glattem Kappenschirm, bunt muskulösen Oberarmen und dem bestem an gutem Willen nicht unversehrt ins Ziel.

NOISE OF MINORITY kann man nicht unterstellen, ihre Hausaufgaben nicht gemacht zu haben oder ihre Stiefel nicht stets sauber zu polieren, auch wenn sich Textzeilen wie „It´s Fight Night Tonight, You´ll Get Your Paycheck – Feel My Strength...“ einem müden Lächeln und schlechtem Karma fügen sollten.
Dem Nachfolger zur „White Purple Trash“ EP von 2009 sind handwerklich und in Sachen Klangfarbe mehr Häkchen ans wunderschön und ganz artig geschriebene Biographieblatt zu heften als Felix, Benni, Manu, Marcelo und Chris „likes“ auf Facebook haben. Wer noch immer ganz hungrig und geil auf Death Metal mit Diätcoreeinschlag ist sollte sich jedoch ändern, sich diesem süddeutschen Dampframmenwerk annehmen und am besten stets böse und grimmig gucken – nicht nur auf dem Bandfoto.

Trackliste:

01. If You Don't Wanna Change You Don't Have To
02. I'll See You At Sunset
03. All Good Things Come To An End
04. The Bendover And Grabshoulder
05. I Am Right Here
06. My Farewell
07. Sorry Darling, I Have To Break Up (feat. Sanchez of The Carriage)
08. Weight Of Regrets
09. The Beauty And The Beast
10. Heaven Ain't Close In A Place Like This

Autor

Bild Autor

Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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