Plattenkritik

Not Called Jinx - The Manual

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Release Date: 22.08.2014
Datum Review: 22.10.2014

Not Called Jinx - The Manual

 

Wie war das noch mit dem Emo nach GET UP KIDS Pullunder und vor 30 SECONDS TO MARS Stadionhymnen? Da gab es diesen kleinen Moment wo Emo an Kraft gewann, sich mehrstimmig die Seele frei schrie und mit voluminösen Gitarren um sich schlug. Dieses Zeitfenster war ein sehr kleines und wurde von Emokids, die mit Rehaugen in ihre Kameras am langen Arm blickten und von Myspace zu Facebook umzogen, jäh zugeschmissen.
Schön, dass sich NOT CALLED JINX an eben diese Zeit erinnerten und diesen wunderbar kräftigen Emo wieder auferstehen lassen. Dabei bleiben sie bisher auf dem Boden und versuchen nicht zu viele kleine, kreischende Mädchen in die erste Reihe zu ziehen. Die Mädchen von damals sind vermutlich aber auch schon älter geworden und so dürfen NOT CALLED JINX sich aufs Musik machen konzentrieren. Auf "The Manual" gibt es jedenfalls fantastisch rockende Melodien, der Bass darf niemals still stehen und der alte Schmerz kann wieder rausgeschrieen werden, ohne aufgesetzt oder pathetisch zu werden. NOT CALLED JINX kehren zurück zu den Früchten die einst Emo, Punk und Rock hervorbrachten. Es hat etwas von Backflash. PANIC AT THE DISCO! ohne Technikschischi, ITCHY POOPZKID in ehrlich.
"My Life" beweist dabei sowohl Tanzbarkeit als auch Eingängigkeit mit so einigem, was man in der Rhythmussektion finden kann. So kann man doch auch ein bisschen hoffnungsvoll in die Zukunft wippen. Und wenn mit "Drowning Waters" das Balladenfass nach so viel Gebretter aufgemacht wird, brechen alle Dämme und das Herz kann nur ächzen unter so viel Erinnerung. Es wäre Zeit Nietenarmband und -gürtel mal wieder zu polieren und schwarzen Kajal um die Augen zu kleistern. Irgendwie gut. Wahlweise kann man danach auch wieder mit erhobener Faust und dem richtigen Tempo auf "Easy Come, Easy Go" durch den Wald zu joggen. Mit "Let Go" entlassen NOT CALLED JINX ihre gewogenen HörerInnen in die Welt. Herzmusik ist das was NOT CALLED JINX machen. Zum einfach mal fühlen, freuen, laufen lassen (außer in die Hose versteht sich).

Tracklist:
1. Monster
2. Rust & Bones
3. Panic
4. My Life
5. Palm Of My Hand
6. Drowning Waters
7. Easy Come, Easy Go
8. Solitary
9. Call It A Day
10. Solitary
11. Call It A Day
12. The Storm
13. Let Go

Autor

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Jule

Autoren Bio

wäre gern teil einer postfeministischen emopunkband/ verbalprimatin/ kuchenveganerin/ ich kann mir keine songtitel merken, selbst die meiner lieblingssongs vergesse ich.../ ich bin nicht betrunken, ich bin immer so/ fraujule.blogspot.de

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