Plattenkritik

Olli Schulz - Es brennt so schön

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Release Date: 13.03.2009
Datum Review: 07.03.2009

Olli Schulz - Es brennt so schön

 

Und dabei sah alles nach Komplett-Verriss aus. Danach, dass sich OLLI SCHULZ frontal gegen die Wand fährt. Und das gewollt. Es sah danach aus, dass ihn nicht einmal jemand warnt, vor der Dummheit, die er zu begehen scheint. Erst die Trennung vom Grand Hotel Van Cleef. Dann die Bekanntgabe – OLLI SCHULZ für Hamburg bei Stefan Raab’s Musik-Konsens. Und womit? „Mach den Bibo“. Als ich den Song 2008 auf einer seiner Shows hörte dachte ich der Kerl macht nur einen Witz. Das meint er nicht ernst. Natürlich musste ich lachen. Eben weil ich dachte, er macht nicht ernst.

Und dann das. OLLI SCHULZ bei Stefan Raab und dann auch noch ohne Eigenurin-Trinkcontest. Aber wollen wir mal nicht zu hart sein und auf den Punkt kommen: Man sollte SCHULZ nicht an seinem Bibo-Kram messen. Auf keinen Fall. Denn „Es brennt so schön“ ist erneut ein wunderbares Album und hat bis auf Label und Quasi-Ballermann Song keine Unterschiede zu den Drei Vorgänger-Album aufzuweisen.

Denn OLLI SCHULZ schafft es noch immer, den Hörer in den Arm zu nehmen und mit seinen Melodien die Wärme ums Herz zu legen. Das beste Beispiel dafür ist „So lange Einsam“. Nahezu der beste Track, den SCHULZ je schrieb. Oder das lustig angehauchte Beziehungsende von „Geheimdienst“. OLLIS CHULZ stand das Grand Hotel halt sehr gut. Zu Recht. „Mach den Bibo“ ist dann ein Song, der völlig aus dem Muster fällt. Er selbst sagt ja, er wolle den ersten Ballermann Hit schreiben der von einem Abiturienten stammt. Und warum eigentlich nicht? Auch die Alternative-Szene braucht mal ein „Zeig doch mal die Möpse“ um jegliche Arroganz von sich zu spülen. Außerdem geht es nach diesem Aussetzer quasi weiter wie früher. „Herz los“ ist zwar keinesfalls ein Highlight, doch das nachfolgende „Bloss Freunde“ macht mit seiner minimalistischen Art wieder alles gut. Trotzdem schwächelt es mit „Isabell“ leider wieder ein wenig und „Wenn die Sonne wieder scheint“ plätschert unentschlossen vor sich hin. Trotzdem – besser als erwartet ist „Es brennt so schön“ auf jeden Fall. Gerade in der ersten Hälfte. Halten wir also fest: Das bisher „schlechteste“ Album von OLLI SCHULZ, trotzdem noch immer oben mit dabei. Auch ohne das Grand Hotel.

Tracklist:
1. Ab jetzt tut's mir nur noch weh
2. So lange einsam
3. Geheimdienst
4. All You Can Eat
5. Wie sie
6. Ewig Leben
7. Mach den Bibo
8. Herz los!
9. Bloss Freunde
10. Isabell
11. Wenn die Sonne wieder scheint

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Raphael

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