Plattenkritik

Orphaned Land - The Never Ending Way Of ORWarriOR

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Release Date: 22.01.2010
Datum Review: 12.01.2010

Orphaned Land - The Never Ending Way Of ORWarriOR

 

Wo die Politik bisher kläglich versagt hat und was der gesunde Menschenverstand seit Jahrzehnten anscheinend nicht realisieren kann, zeigen ORPHANED LAND aus Israel mit ihrem vierten Album eindrucksvoll: Sie begeistern und vereinen mit ihrem selbstbetitelten „Jewish Muslim Metal“ oder „Middle Eastern Progressive Metal“ israelische UND arabische Fans! Sechs Jahre nach “Mabool – The Story Of The Three Sons Of Seven” erscheint das neue Konzeptalbum “The Never Ending Way Of ORWarriOR”, an dem die Band satte fünf Jahre gefeilt und geschraubt hat. Über eine Länge von 80 Minuten zaubern ORPHANED LAND eine Symbiose aus den Gegensätzlichkeiten und schaffen letztlich das Unmögliche, auf den ersten Blick unpassende Momente mit Akribie und Feingefühl zu einem nie langweilig werdenden homogenen Fluss werden zu lassen. So spielen sie mit dem Nazareth Arabian Orchestra zusammen, bedienen sich in ihren Texten dem Englisch, Hebräisch, Arabisch, Jemenitisch und lassen orientalische Köstlichkeiten in ihren Sound einfließen. Allein die progressiven Ansätze, diverse Stimmungen durch femininen Gesang, Klargesang, Shouts und Grunts mit mal lieblich zarten oder brachial harten Gitarren zu kreuzen und daraus eine Geschichte über den Krieger des Lichts, den “ORwarriOR“, zu schaffen (“Or” ist hebräisch und bedeutet Licht) ist einzigartig. ORPHANED LAND zeigen sich als Band gekleidet in Gewändern, die eine Synergie der drei monotheistischen Religionen vollführen, um so die Glaubwürdigkeit ihrer musikalischen Extravaganz dem Außenstehenden einzubrennen und Vereinigung zu präsentieren. “The Never Ending Way Of ORWarriOR” ist ein hartes Stück Arbeit, zusammengeschweißt in über 600 Stunden Studioarbeit, das sich nicht auf Anhieb dem Genießer erschließen kann, sondern erst nach und nach Vielschichtigkeit und Ideenreichtum entfaltet. ORPHANED LAND sind eine der wenigen Metalbands mit einer Vision, etwas zu bewegen, etwas zu ändern, nicht sich selbst, sondern die Sache (warum töten Menschen im Namen Gottes???) in den Vordergrund zu stellen, Missstände schonungslos anzuprangern, Denkanstöße zur Behebung zu geben und Vereinigung zu symbolisieren. Und genau diese Hingabe und Leidenschaft kann jeder Sekunde auf dem Album angehört werden.

Tracklist:
Part I
“Godfrey's Cordial – an ORphan's life”
1. Sapari (4:04)
2. From Broken Vessels (7:36)
3. Bereft In The Abyss (2:45)
4. The Path Part 1 – Treading Through Darkness (7:27)
5. The Path Part 2 – The Pilgrimage To Or Shalem (7:45)
6. Olat Ha'tamid (2:38)
Part II
“Lips Acquire stains – The warriOR awakens”
7. The Warrior (7:11)
8. His Leaf Shall Not Wither (2:31)
9. Disciples Of The Sacred Oath II (8:31)
10. New Jerusalem (6:59)
11. Vayehi Or (3:27)
12. M i ? (2:41)
Part III
“BARAKAH – enlightening the Cimmerian”
13. Barakah (4:13)
14. Codeword: Uprising (5:25)
15. In Thy Never Ending Way (Epilogue) (5:09)

Alte Kommentare

von Domme 12.01.2010 23:27

Schöne Review für eine tolle Band. Das sind wenigstens Menschen, die etwas zu sagen haben. Nicht so wie viele der Prügel-Prügel-Krächz-Quietsch-Beatdown-Fotze-Schluck-Stirb-Wixer-Bands.

von simtz 13.01.2010 19:01

macht echt schmackhaft das review

von Enno 13.01.2010 19:51

Der Vorgänger war schon toll aber von diesem Album habe ich ganz große Erwartungen.

von aktuell 01.12.2010 04:14

Die machen auch noch wo anders Schlagzeilen. Hier mehr: http://www.beatpunk.org/notizen/rock-the-system/

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Clement

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Ich fühle mich zu alt

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