Plattenkritik

PHANTOM WINTER - Sundown Pleasures

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Info

Release Date: 16.09.2016
Datum Review: 29.09.2016
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

1. The Darkest Clan
2. Bombing The Witches
3. Wraith War
4. Black Hole Scum
5. Black Space

PHANTOM WINTER - Sundown Pleasures

 

Tiefschwarze, bitterkalte Nächte und eisige Schneestürme sind wohltuende Annehmlichkeiten der kalten Jahreszeit im Vergleich zu der musikalischen Parallelwelt von PHANTOM WINTER. Auf ihrem zweiten Album „Sundown Pleasures“ inszenieren die Würzburger Doomextreme, die voll sind von unerträglichen Abartigkeiten und dennoch eine unbändige Anziehungskraft ausstrahlen.

Mit „CVLT“ traten die übergebliebenen Mitglieder der dahingegangen Urgewalt OMEGA MASSIF im letzten Jahr zum ersten Mal in Erscheinung und hinterließen bereits mit diesem Debüt erstes Unbehagen in der Zeitlupenszene. Jetzt geht das Quintett mit „Sundown Pleasures“ noch einen Schritt weiter in Richtung apokalyptischer Abgründe.

Nichts, aber auch rein gar nichts weckt beim Hören einen Funken Optimismus oder gar einen positiven Gedanken, wenn PHANTOM WINTER durch ihre sechs Songs marschieren. Gewaltsam und rücksichtslos produzieren sie mit Hilfe dröhnender Bässe, dominierender und erdrückender Rhythmik und einem abartigen Kreisch-Gröhl Wechselgesang Horrorszenarien am Fließband. Immer präsent sind die effektbeladenen Gitarrenwände, welche sich durch die stickige Atmosphäre drängen und hier und da ein wenig Licht spenden. Ob gleich im Titeltrack „Sundown Pleasures“ oder der Vorab Single „Bombing The Witches“, die Grundstimmung ist stets aussichtslos und bitterlich düster. Dafür sorgen auch das Addieren von weiteren Extremen aus Hardcore und Metal. Besonders wirksam sind auch die gezielt eingesetzten Samples und Zitate, welche die Thematik der Texte verstärken.

Und trotz aller Abartigkeiten entsteht von Beginn an so etwas wie eine Verbindung, die fesselt und gefangen nimmt. Als wäre das Tor zu Hölle einen Spalt weit geöffnet und das Verlangen hinein zu sehen größer als die Angst vor den erbarmungslosen Konsequenzen. Zu all der authentisch vertonten Alptraumromantik ist es auch die perfekte Produktion der Oldenburger Tonmeisterei und die optisch passende Gestaltung von Hummelgrafik, die „Sundown Pleasures“ zu einem der stärksten Genre Veröffentlichung in diesem Jahr macht.

Wer also mit SEVEN SISTERS OF SLEEP zu Bett geht und sich morgens von INDIAN aus dem Schlaf prügeln lässt, wird in PHANTOM WINTER definitiv eine neue Offenbarung entdecken.

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Mulder

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