Plattenkritik

Pennywise - Yesterdays

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Release Date: 15.07.2014
Datum Review: 26.06.2014

Pennywise - Yesterdays

 

Nach sage und schreibe sechsundzwanzig Jahren graben PENNYWISE sich noch einmal zu den eigenen Wurzeln durch. Jetzt wo Jim Lindberg wieder bei Sinnen aka. an Bo(a)rd des Skatepunkurgesteins ist, macht das ja auch tausend Mal mehr Sinn als noch zu Zeiten von PENNYGNITE.


"Yesterdays" ist nach dem Techtelmechtel mit IGNITE-Frontmann Zoli eher als das elfte als das wirklich "neue" Album der Band aus Hermosa Beach / Los Angeles zu sehen: Das Material stammt nicht nur teilweise aus Anfangstagen der Band (und wurde bloss nie im Studio beruecksichtigt) - mehrere Songs der Platte wurden ausserdem von Ex-Bassist Jason Thirsk geschrieben, der sich 1996 das Leben nahm. Zum Taschentuch greifen die Cali-Punks deshalb noch lange nicht.
Mit "Restless Time" oder "Violence Never Ending" kratzen PENNYWISE sofort wieder die Schuerfwunden auf, die nach Circlepits zu "Unknown Road" oder "About Time" die Knie und Ellbogen von Melodycore-Juengern weltweit uebersaehten. Ob zu Highspeed-Rock'N'Roll und Fletcher Dragges Signature-Riffs ("Thanksgiving") oder zu Surfpunk-Gassenhauern mit Polit-Touch wie "Public Defender" (welches frueher zweifelsfrei als qualitative B-Seite durchgegangen waere) funktionieren die Kalifornier wie eh und je - obgleich sicherlich auch die absichtlich von Bombast und Chic befreite Produktion seinen Beitrag zum Explosionsgehalt von "Yesterdays" beisteuert.

Mit "No Way Out" sind die nervoesen, rohen, draufgaengerischen PENNYWISE zurueck, "Noise Pollution" liefert ein energisches Pendant zu fruehen Klassikern wie "Society" oder "Peaceful Day". Auffaellig sind unter den elf Stuecken hoechstens jene wenigen Passagen in denen Frontmann Lindberg stimmlich knapp vorm Ausbruch steht (etwa "Noise Pollution") und neben dem unverwuestlichen Rueckgrat aus Schlagzeug, Bass und Gitarre aufhorchen laesst. Mit "I Can Remember" behaelt sich das Quartett bis zum Schluss seinen ungestuemen Charakter vor, den die oertliche Naehe zu BLACK FLAG, den CIRCLE JERKS oder BAD RELIGION formte und bis heute hoerbar herunterkuehlt. So mimt "Yesterdays" in der Summe genau die Platte, die Lindberg, Dragge, Thirsk und Drummer Byron Macmackin vor dem tragischen 29. Juli 1996 nie veroeffentlicht haben.

Trackliste:

01. What You Deserve
02. Restless Time
03. Noise Pollution
04. Violence Never Ending
05. Am Oi!
06. Thanksgiving
07. She's A Winner
08. Slow Down
09. Public Defender
10. No Way Out
11. I Can Remember

Alte Kommentare

von Bin mal... 27.06.2014 07:32

... gespannt auf das Material. Allerdings muss man meiner Meinung sagen, das die Band mit All For Nothing (auch ich war mega skeptisch ob das mit Herrn Teglas funktioniert) ein Album rausgehauen hat was seit der Land of the free endlich mal wieder die Fahne hoch gehalten hat. Hoffe das neues Material mit Herrn Lindberg auch mal wieder über eine komplette Album-Länge knallt.

von Vandersmutify 03.07.2014 21:22

Gefällt mir sehr gut das Album! Macht richtig Bock da reinzuhören!

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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