Plattenkritik

Periphery - Periphery II

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Release Date: 13.07.2012
Datum Review: 26.06.2012

Periphery - Periphery II

 

Fans progressiver Klänge werden sich diesen Sommer trotz miesen Wetters fett in ihrem Kalender ankreuzen. Erst kommen THE AGONIST und GOJIRA, und dann folgt auch noch das zweite Langeisen der Washington D.C.‘er von PERIPHERY. Siebzig Minuten, die mit „Muramasa" eröffnet und nach 14. Stationen durch „Masamune“ beendet werden, zelebrieren die Amerikaner dabei das technisch Versierte, das mathematisch Gelenkte und vor allem sich selbst.

Die Wände aus Gitarren, Poly-Rhythmen und emotionalen Achterbahnfahrten gehen von Höckschen auf Stöckschen, was im schlicht „Periphery II“ betitelten Werk (an jeder Ecke wird hier groß aufgefahren, aber beim Artwork und Titel geht es as schlicht as fuck zu!) so viel wie „von Industrial über modernen Metal hin zu Extremen“ bedeutet. Die Gitarrenarbeit hinterlässt keine Gefangenen, am Ende ist der Konsument froh, wenn er überhaupt noch „Jingle Bells“ von „Hells Bells“ unterscheiden kann.

PERIPHERY fordern also heraus und verleiten immer noch nicht zum Zurücklehnen und Genießen. Die im Vergleich zum Debüt gelockerten und transparenter gestalteten Strukturen und Vielschichtigkeiten verlagern ständig von Betroffenheit zu Abgefahrenheit bis hin zur Ästetik. Letztere wird untermauert durch einen Klargesang, der ganz oben sehr zerbrechlich erscheint und des Öfteren kippt, so dass fast der Anschein erweckt wird, Geoff Rickly sei ans Mikro zurückgekehrt. Wobei dieser Gedanke im nächsten Atemzug durch derbens Growling oder fieses Shouting beiseite geschoben wird. Aber der Gesang (und genau so sollte er bezeichnet werden) ist neben den heißen Gitarrenpirouetten der Star auf einem Album, dass trotz aller Unwegbarkeiten und Drehungen sowie Wendungen im progressiven Modern Metal Bereich Akzente (wichtig: keine Maßstäbe!) setzt und in einer eigenen Liga spielt.



Tracklist:
01. Muramasa
02. Have A Blast
03. Facepalm Mute
04. Ji
05. Scarlet
06. Luck As A Constant
07. Ragnarok
08. The ... weiterlesen Gods Must Be Crazy!
09. Make Total Destroy
10. Erised
11. Epoch
12. Froggin' Bullfish
13. Mile Zero
14. Masamune

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Clement

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Ich fühle mich zu alt