Plattenkritik

ROZWELL KID - Precious Art

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 23.06.2017
Datum Review: 28.06.2017
Format: CD Digital

Tracklist

 

01. Wendy's Trash Can
02. Total Mess
03. Boomerang
04. Futon
05. MadTV
06. South By
07. UHF On DVD
08. Booger
09. Wish Man
10. Blow It
11. Gameball
12. Michael Keaton

Band Mitglieder

 

Jordan Hudkins
Adam L. Meisterhans
Devin Donnelly
Sean Hallock

ROZWELL KID - Precious Art

 

Indie-Rock für Arizona-Hitze – ROZWELL KID haben sich mit ihrer neuen Platte für die Playlisten eurer Grillparties qualifiziert. „Precious Art“ wird seinem Titel mehr als gerecht.

Die Autotür knallt zu, der Motor brummt und aus dem Radio tönt der anfängliche, schnelle Riff von „Wendy’s Trash Can“ – das neue Album der Indie-Kombo ROZWELL KID liefert den Soundtrack für einen Roadtrip quer über die verworrenen Bahnen des Hirns. Die Jungs ziehen blank und damit ist nicht nur ihr Seelenkostüm gemeint: „I’m two days away in a stolen ‘98 Saturn sedan/I’m two thousand miles from the clothes I threw away in a Wendy’s trash can.“

Doch was hat ROZWELL KID in die Flucht geschlagen und hat der alte Saturn Sedan überhaupt ein Ziel? Ungesunde Liebesbeziehungen („Total Mess“) und die Sehnsucht nach gemeinsamen DVD-Abenden mit Tacos („UHF On DVD“) können einen verständlicherweise um den Verstand bringen. Oder dazu, ein wunderbares College-Rock-Album aufzunehmen, vor dem sich selbst oberste Instanz WEEZER verneigen würde.

„Precious Art“ ist ein Schmuckstück für die Indie-Sammlung und Balsam für die geschundenen Ohren kritischer Musikjournalisten. Geduld braucht, wer hier einen irgendwie gearteten Störfaktor ausfindig machen will: ROZWELL KID sind harmonisch, aber edgy; sanft, aber doch noch Punk. Und obendrein sehr amerikanisch in ihrem Sound, ohne kommerziell anzumuten. Nicht jeder Song hat klassischen Hitcharakter, dennoch sind alle Tracks auf ihre Weise eingängig. Wie das geht? Auf "Precious Art" ist alles möglich.

Gut, das Rad haben sie zwar wahrlich nicht neu erfunden, neu sind diese Garagen-Melodien nicht. Zudem klingt Sänger Jordan Hudkins in „Blow It“ wie eine tiefenentspannte Version von Paul Smith von MAXIMO PARK. Aber: Sie haben das Rad ein Stück weit besser gemacht. Ideal, um darauf in einem Saturn Sedan in die Ferne zu rollen.

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Sandra

Autoren Bio

Wahlnordlicht, Pott by nature. Nimmt den Hamsterkauf-Aufruf der Regierung ernst und hortet bereits die ersten Wagenladungen Zucker und Tabak.

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