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Recoil - Recoil

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Release Date: 16.04.2010
Datum Review: 08.04.2010

Recoil - Recoil

 

Alan Wilder DEPECHE MODE. 1986. RECOIL. Diese vier Begriffe sind mir schon vor dem ersten Hören im Kopf herum geschwirrt. Alan Wilder war bis 1995 Mitglied bei DEPECHE MODE, trat aber bereits 1986 mit dem Projekt RECOIL in Erscheinung. Meinem Geburtsjahr, also vor vierundzwanzig Sommern. Ein 'Die Hard' Fan von DEPECHE MODE kann ich also allein von meinem Geburtsjahr her schon nicht sein, ehrlich gesagt hat mich die Verbindung zwischen RECOIL und DEPECHE MODE zuerst sogar ordentlich erschreckt. Dass Alan Wilder die Band 1995 zu seinem 36sten Geburtstag verlassen hat konnte mich zuerst auch nicht vollends beruhigen.
Geschafft hat das der erste Song 'Strange Hours'. Er beginnt mit einem sauberen trockenen Beat, in den nicht viel später eine bluesige Frauenstimme einfällt. Dass der Song schon etliche Jahre auf dem Buckel hat, hört man ihm nicht an. Vielleicht liegt es unter anderem daran, dass Alan Wilder jeden Song persönlich, aus seinem bisherigen Schaffenswerk, ausgewählt und remastered hat. Aber der einzige Grund ist es sicherlich nicht, denn der nächste Song hinterlässt mir einen derben 'Temple Of Love' Nachgeschmack. Wobei das nur noch ein zweites Mal bei 'Edge To Life' passiert, der Rest scheint mehr als nur gut in die Jahre gekommen zu sein.
Auf vielen Songs wird mit schönen Blues Anleihen gearbeitet. Sei es ein ordentliches Gitarrenlick oder Spoken Word Einlagen im besten New Orleans Stil. Alles schön eingebunden in einen Trip-Hop-lastigen technoiden Sound, der ab und zu an der Easy-Listening Grenzen vorbeischrammt ohne sie zu übertreten. Hierfür wären viele Beats einfach einen Tick zu dunkel, wenn sie nicht gerade John Kron einen leicht neidischen Blick entlocken würden. Mit den in der Regel über fünfminütigen Songs kommen dennoch ein paar Längen auf, die man vermeiden hätte können.

In dem von Wilder erwünschten Kopfkino lassen viele Songs Film Noir-artige Szene mit dunklen Gassen entstehen, die von Männern mit schweren Revolvern in, vom Regen durchtränkten, Trenchcoats bevölkert sind. 'Blade Runner' lässt grüßen.
Ein durchaus spannendes Album von einer Band, mit der ich mich, aufgrund der DEPECHE MODE Vergangenheit, höchst wahrscheinlich nie beschäftigt hätte.


Tracklist:

1. Strange Hours
2. Faith Healer
3. Jezebel
4. Allelujah
5. Want
6. Red River Cargo
7. Supreme
8. Prey
9. Drifting
10. Luscious Apparatus
11. The Killing Ground
12. Shunt
13. Edge To Life
14. Last Breath

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Kilian

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