Plattenkritik

Rise Against - RPM10

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Release Date: 28.05.2013
Datum Review: 26.05.2013

Rise Against - RPM10

 

In der Punker-Papa-Doku "The Other F-Word" steigt Tim McIlrath im Gegensatz zu Kollege Jim Lindberg zwar in den edeleren Hotelvarianten ab, gibt aber in Sachen Erziehungseinblicke mindestens ebenso sympathische Eindrücke zu Protokoll. Was beide Sänger sich auf die noch immer oder erneut wehende Flagge schreiben können, sind weitreichende und einflußreiche Albumveröffentlichungen in der Vielzahl.

Im Gegensatz zu PENNYWISE, bei denen 2003 das eher unwesentliche "From The Ashes" auf der Release-Liste stand, hieß der zweite Schlachtruf von RISE AGAINST "Revolutions Per Minute" und führte ein gutes Stück weiter in Richtung Hitmagnet. An Durchschlagkraft und grandioser Nadelführung haben Songs wie "Amber Changing", "Like The Angel" oder "Heaven Knows" auch nach vier weiteren Full Lengths der Punkrock-Band aus Chicago keine Prise einbüßen müssen - zur Freude des Jahres legt Fat Wreck die zwölf Tracks inklusive einer Demoversion pro Geburtstagskerze wieder auf. Die Qualitäten von "Black Masks & Gasoline" bis eben "Amber Changing" (oder gar "Anyway You Want It") sind und bleiben bekannt - unter den zehn Bonusstücken, bei denen "To The Core" und "Dead Ringer" auf der Strecke bleiben, gibt es von Fanseite hingegen eher wenig Spannendes zu entdecken: "Halfway There" schwimmt etwas und bröckelt im Gegensatz zur finalen Version bei Sound und Harmonien - auch "Blood-Red, White & Red" klingt nur unwesentlich überpoliert und kaschiert.
So hören sich die Bonussparten auf "RPM10" wie eine rumpelig zusammengeschrumpfte Version des zweiten RISE AGAINST-Albums an. Besonders einfallsreich oder extravagant gehen RISE AGAINST als Ausrichter der Birthdayparty in den eigenen Reihen also nicht ins Rennen - zum Glück bleibt "Revolutions Per Minute" dennoch die fulminante Platte, die vor einer Dekade eine neue Sparte des politischen Punkrocks in Richtung der schmuck gefegten Arena drückte. "Dead Ringer" mit seinen treibenden Strophenriffs zwischen GOOD RIDDANCE und KID DYNAMITE, das poppig einnehmende "Like The Angel" mit dem Blick in die Zukunft von McIlrath und Co. - oder "Broken English", dass vom Skatepunk mit kritischen Worten auf die Themen der (damaligen) Stunde herunterschaut - RISE AGAINST gelten mittlerweile nicht umsonst als eine hallenfüllende Planierraupe mit Faust und E-Gitarre.

"RPM10" sollte weder Neueinsteiger noch Wegbegleiter aus den Puschen hauen - kann allerdings dennoch als glitzernder Platzhalter im Fanregal punkten. Wer sich das verkabelte Handgranatencover auch ohne die fünf nachträglich eingefügten Ziffern "RPM10" schon in Hirn- und Gehörgänge gravieren konnte, bleibt gerne auch einfach ruhig und "old school" beim Original. Das - so versprechen es die Zitate vor und während "Last Chance Blueprint" - geht nach zehn Jahren noch genauso als "American Beauty" durch.

Trackliste:

01. Black Masks & Gasoline
02. Heaven Knows
03. Dead Ringer
04. Halfway There
05. Like The Angel
06. Voices Off Camera
07. Blood-Red, White & Blue
08. Broken English
09. Last Chance Blueprint
10. To The Core
11. Torches
12. Amber Changing
13. Black Masks & Gasoline (Demo)
14. Heaven Knows (Demo)
15. Halfway There (Demo)
16. Like The Angel (Demo)
17. Voices Off Camera (Demo)
18. Blood-Red, White & Blue (Demo)
19. Broken English (Demo)
20. Last Chance Blueprint (Demo)
21. Torches (Demo)
22. Amber Changing (Demo)

Alte Kommentare

von creme 27.05.2013 10:02

wer braucht denn bitte die demo versionen...??

von Jupp 27.05.2013 21:44

es muss doch nen Grund geben dafür nochmal ordentlich Asche zu für das Teil zu verlangen.

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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