Plattenkritik

Ritual - Beneath Aging Flesh And Bone

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Release Date: 27.03.2009
Datum Review: 14.03.2009

Ritual - Beneath Aging Flesh And Bone

 

Eine kleine Chronologie dreckigen, depressiven sowie rockigen New School Hardcores: Ohne UNBROKEN hätte es THE HOPE CONSPIRACY in ihrer niederträchtigen Form wohl nie gegeben. Ohne Kevin Baker und seine Nihilisten aus Boston wiederum würden RITUAL heutzutage vielleicht Pop Punk spielen. Wir danken allen echten Männern, die seine Gefühle noch zeigen können.

Die Zeichen stehen auf Sturm im Hause RITUAL. Sukzessive hat sich der Vierer aus Recklinghausen sein Standing in der hiesigen Szenelandschaft erarbeitet und ist mit "Beneath Aging Flesh And Bone" gar bei der niederländischen Qualitätsschmiede Reflections untergekommen. Der Titel suggeriert Vergänglichkeit und das Zurückgeworfensein auf die eigene nackte Existenz. Life. Love. Regret. Und ENTOMBED müssen wieder mal als Ideengeber für einen Sound mit ordentlich Dreck unter den Hardcorenägeln herhalten. Nach obligatorischem Downer-Intro jedenfalls warten RITUAL mit dem schnörkellos-effektivsten und rockigsten Material ihrer bisherigen Schaffensphase auf. Die grenzenlose Wut von bereits erwähnten THE HOPE CONSPIRACY (zu "Endnote"-Zeiten) wird bis in das von kommendem Unheil kündende Gitarrendelay übernommen, die durchgedrückte Bassdrum und das Kokettieren mit simplen Rock-Riffs gemahnen bisweilen an ANOTHER BREATH. "Beneath Aging Flesh And Bone" ist ein in sich geschlossenes Album, das vor allem zum Ende hin immer stärker wird und mit fies verkrusteten Fingern in alten Wunden bohrt. Die Verzweiflungs-Chants am Ende von 'The City Lies In Quiet Sleep' dürften live sehr dankend angenommen werden, 'The Disease Is Me' in seiner Zackigkeit für verlorengegangene Vans Eras und durchgeschwitzte Karohemden sorgen. 'Black Sea' lässt den Kopf zum Schluss noch mal rhythmisch gegen die ohnehin schon stark lädierte Wand hämmern und reicht gleichzeitig ein gekühltes Taschentuch. Wenn überhaupt etwas RITUAL davon abhält, mit diesem Album eine höhere Wertung respektive einen Tipp einzufahren, so ist es die oftmals zu offensichtliche Nähe zu den wütenden Originalen. HOPE CON jedenfalls lauern bereits mit wutroten Augen in der Dunkelheit, um ihren "True Nihilist" auf die geschundenen Seelen der Hardcore-Konsumenten loszulassen. Sehr gute 7, 5.


Tracklist:

01: Shiver
02: Nation Of Flies
03: Somewhere In The Rain
04: Guilt Will Get You Anyway
05: The City Lies In Quiet Sleep
06: Clouds
07: The Ghost Is You
08: The Disease Is Me
09: Aging Flesh And Bone
10: Black Sea

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René

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