Plattenkritik

Riverboat Gamblers - The Wolf You Feed

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Release Date: 31.08.2012
Datum Review: 27.08.2012

Riverboat Gamblers - The Wolf You Feed

 

Die RIVERBOAT GAMBLERS sind auch 2012 noch immer eine Punkrockband aus Texas. Mehr noch: Die RIVERBOAT GAMBLERS sind ein brillantes Beispiel für die überzeugende Entwicklung einer Band als Einheit. Ging es ihnen nahe der eigenen Geburtsstunde darum, nach Feierabend das Stimmungsbarometer mit Songs über Alkohol und Würfelspiele zu bearbeiten, so wurde es spätestens mit „To The Confusion Of Our Enemies“ Ernst. „Gamblers Forever, Forever Gamblers“ – lange wird sich ein angestachelter Mike Wiebe am Mikrofon nicht mehr mit bloßen Schlachtrufen zufrieden geben.


„Underneath The Owl“ hatte vor drei Jahren schon seine geschliffenen HIVES-Momente, die Wiebe und seine Zockerkumpanen dann spätestens live in Grund und Boden stampften. Das unter Ted Hutt (FLOGGING MOLLY) und Stuart Sikes (u.a. THE WHITE STRIPES) in Dallas entstandene Werk „The Wolf You Feed“ sucht sich vorerst weder den guten noch den bösen Wolf aus und mästet ihn mit zermürbender Distortion, Pop oder Liedern über Liebe. Das sollen andere machen. „The Wolf You Feed“ gibt sich eher mal düster und verwoben, ohne auf GAMBLERS´sches Blutaufkochen zu verzichten.

In „Good Veins“ sprießen zunächst Schweiß, Galle und Rock´N´Roll-Momente wie von haushohen Leinwänden – ein ungeschriebenes Markenzeichen der Band. Nachdem auch „Bite My Tongue“ nicht für den Nachmittag im Liegestuhl geschrieben wurde, nehmen die RIVERBOAT GAMBLERS mit „Comedians“ oder dem schleppenden „Gallows Bird“ ihren nächsten Atemzug erst nach dem Überdenken: Staubig, kalt – oder wie mit „Dead Eyes“ oder „Loser Neck“ auch mal die musikalische Rockgeschichte aufrollend – stets aber mit der hellhörigen, bandeigenen Note versehen robbt sich „The Wolf You Feed“ durch seine zehn Bestandteile.
„Don´t Bury Me...I´m Still Not Dead Yet“ war damals ein simpler Punch nach vorne – die Momente des fünften Albums wollen enttarnt und erobert werden. Das nimmt auf Dauer nicht unbedingt Tempo oder Klasse aus der Kutsche, vor die RIVERBOAT GAMBLERS mittlerweile eben ein gesetztes Paar Gäule spannen. „Blue Ghosts“ ist hektisch, treibend und hat Feuer im Hintern – ebenso juckt es bei „Heart Conditions“ in der sich ballenden Faust.
Wenn die Weichen von Wiebe und Co. gestellt worden sind spielt es keine Rolle, welcher Wolf am Ende des Tages umschmeichelt das Areal verlässt. Hauptsache, Bügelfalte und Krawattenknoten wurden nicht zu liebevoll und zeitaufwändig gezwirbelt. Für alle, die noch immer überlegen, unterstreicht „Eviction Notice“ sonst noch mal im Gedächtnis: Der letzte tritt bitte das Licht aus.

Trackliste:

01. Good Veins
02. Bite My Tongue
03. Comedians
04. Soliloquy
05. Gallows Bird
06. Blue Ghosts
07. Heart Conditions
08. Loser Neck
09. Dead Eyes
10. Eviction Notice

Alte Kommentare

von bitte 27.08.2012 20:31

bleib bei Punkrock Reviews, bei eben solchen wie diesen hier, mach keine Ausflüge in andere, dir fernen, Genres. Hier liesst man dein wirkliches Können, es gibt wohl niemanden, der dir hier das Wasser reicht!

von @bitte 28.08.2012 19:15

Vor Allem in Sachen Stilblüten.

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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