Plattenkritik

Saïan Supa Crew - Hold Up

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Release Date: 01.01.1970
Datum Review: 04.11.2005

Saïan Supa Crew - Hold Up

 

Obwohl deutscher Hip Hop zwar einen Aufschwung erlebt, versandet er weiterhin geographisch, wenn es mal nicht gerade in die Schweiz oder Österreich get. Die Franzosen sind da ein ganz anderes Kaliber und kaum ein anderes Land kann sich derart mit dem übermächtigen Monopol der USA messen. NTM, I AM, und MC SOLAAR sind die Namen, die man auch hierzulande sicherlich kennt. Seit einem längeren Aufenthalt im Land des Rotweins, Camemberts und vor allem des Baguettes habe ich den Franzrap nun entgültig ins Herz geschlossen und vor allem eine gewisse SAIAN SUPA CREW und DISIZ LA PESTE haben es mir angetan.

Umso euphorischer erfolgte der erste Hördurchgang vom neuen Album der Pariser Crew, die sich zu damaligen Zeiten aus drei etablierten Combos zusammentat um an der gemeinsamen Schnittmenge zu arbeiten. "KLR" war der erste Streich, der gleich zum internationalen Durchbruch führte und mit der sonnigen Single "Angela" die Charts stürmte. Benannt war die Scheibe nach einem zuvor verstorbenen Mitglied der Crew, ein Artwork gab es vom niemanden geringeren als Graffiti Legende Mode 2 und auch beim internationalen Breakdance Battle of the Year begeisterte man die deutschen Besucher mit Beat Boxin’ und dem Mix aus allen möglichen und unmöglichen Styles. Der Nachfolger "X-Raisons" war ähnlich erfolgreich und festigte den Ruf der Posse. Völlig unerwartet kam der Entschluss von Sir Samuel, Sly, Feniksi, Vicelow, Leeroy und Specta die Crew ein wenig ruhen zu lassen und sich um die 3 Ex-Projekte zu kümmern. Feniski und Vicelow legten als OFX das Album "Roots" vor, Sly, der Beatboxer brachte eine eigene EP an den Start, und Sir Samuel verschrieb sich ausschließlich den positiven Raggae Vibrations.

Jetzt sind sie jedoch zurück und "Hold Up" entfacht einmal mehr das SAIAN Feuer. Denn auch wenn die Jungs einzeln einiges drauf haben, sind sie als Crew unschlagbar und das wird 18 mal unter Beweis gestellt. Mit der internationalen Version von "Blow" geht es mit unglaublich viel Power nach vorne. Die französischen Beats kicken und beim Chor gehen die Hände in die Luft. Es folgt das unglaubliche, sehr funkige und Latino beeinflusste "La Patte" welches verrückt und charmant auf die Tanzfläche bittet. Im Anschluss wird die Tür für die feurigen Einflüsse aus Ragga, Soul und Raggae geöffnet und besonders mit einem "Jungle" und "Zonarisk" bringt die Crew den Dancehall in die eigenen vier Wände. "96 Degreez" begeistert mit einem Auftritt von PATRICE und auch im Weiteren zeigt sich die SAIAN SUPA CREW wortwitzig und albern mit jeder Menge Interluden, stets den Schalk im Nacken. Auf "Hold Up" findet jeder seine persönlichen Favoriten, absolut zu empfehlen sind "La Patte", "Zonarisk", der Titeltrack "Hold Up" und natürlich das absolut verrückte "Originales". Resümierend haben wie es mal eben mit dem besten Rap Album des Jahres zu tun – neun Skulls mit Baggypants!

1. Blow (International Version)
2. La Patte
3. Jungle
4. Zonarisk
5. Feceps
6. Intro 96 Degreez (feat. Patrice)
7. 96 Degreez (feat. Patrice)
8. Hold Up (International Version)
9. Rouge Sang
10. Poison
11. Si j’avais su (feat. Camille)
12. Tanaka Sound (Interlude)
13. So into you
14. Originales
15. Malgré les galères
16. Mama
17. Jacko
18. Fly

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Torben

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Allschools Chef

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