Plattenkritik

Scar Symmetry - The Unseen Empire

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Release Date: 14.04.2011
Datum Review: 11.04.2011

Scar Symmetry - The Unseen Empire

 

Ist die musikalische Insolenzerklärung im Hause SCAR SYMMETRY den beiden „neuen“ Sängern geschuldet, welche seit dem letzten Album „Dark Matter Dimensions“ Wundertalent Christian Älvestam ersetzen? Jaein. Zwar kann Älvestam trotz der Tatsache, dass er durch zwei (!) Sänger ersetzt wurde, und der Tatsache, dass einer der beiden im Gegensatz zu ihm auch Rob-Halford-artige Schreie drauf hat im Großen und Ganzen mehr überzeugen, weil er im Gegensatz zu den anderen beiden dieses unbestimmbare, aber dennoch irgendwie deutliche gewisse Etwas hat. Doch zu marginal sind diese Unterschiede, zu sehr auch Geschmackssache. Nein: Dass „Dark Matter Dimensions“ hinter den Erwartungen vieler Fans zurückblieb, ist in erster Linie den eigentlichen Songs geschuldet. „Poppig“ muss ja kein Schimpfwort sein, doch wenn eine Band wie SCAR SYMMETRY seit jeher ihre Kraft vor allem aus der Tiefe ihrer Kompositionen gezogen hat, und dabei auch noch die Höhepunkte rar gesät sind, geht solch eine Neuausrichtung nach hinten los. Auch „The Unseen Empire“ schlägt leider in diese Kerbe, wenngleich das musikalische Geschehen auf dem Album schon durchaus häufiger aufhorchen lässt als noch auf dem Vorgänger. Dennoch: Es fehlen immer noch Songs wie „The Kaleidoscopic God“ oder der Titeltrack von „Holographic Universe“, welche zwischen all den eingängigen Nummern auch mal etwas mehr aufwühlen; welche einen auf eine musikalische Achterbahnfahrt mitnehmen, welche Spannungsbögen mit zahlreichen interessanten Details haben. Ansonsten bleibt „The Unseen Empire“ an Stärken nur der eigentliche Stil der Band, der auch 2011 noch nicht völlig verbraucht klingt. Dieses Spiel zwischen „bösen“ Riffs und Vocals und eher harmonischen Gesang und Songverläufen, diese immer wieder aufs Neue großartigen und vor allem eigenständigen Soli und generell diese typische SCAR-SYMMETRY-Atmosphäre halten die Band auch mit ihrem fünften Album über dem Durchschnitt. Und immerhin: Besser als „Dark Matter Dimensions“ ist „The Unseen Empire“ durchaus. Doch so ganz können sich SCAR SYMMETRY nicht aus ihrer misslichen Lage erheben. Mehr und mehr werden sie zu einer Band, die nur noch eine von vielen ist, während sie sich auf älteren Alben ihre Nische im überlaufenden Melodic Death Metal erspielen konnte. Ob sie es noch mal schaffen werden, auf ihre alten Tage mehr als ein Schatten ihrer Vergangenheit zu sein?

Tracklist:

01. The Anomaly
02. Illuminoid Dream Sequence
03. Extinction Mantra
04. Seers Of The Schaton
05. Domination Agenda
06. Astronomico
07. Rise Of The Reptilian Regime
08. The Draconian Arriva
09. Alpha And Omega

Autor

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Olivier H.

Autoren Bio

"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

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