Plattenkritik

Sidewaytown - Years In The Wall

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Release Date: 04.12.2009
Datum Review: 20.12.2009

Sidewaytown - Years In The Wall

 

„Gordon leaves the orphanage at the age of 17. He tries to find his father – not because of love – but he wants to understand more.”

“First act: years in the fall. A skygazing post rock symphony” prangern SIDEWAYTOWN im Titel. Im Booklet springen einen tagebuchartige, reichlich mit Bildern verzierte Notizen, Bildchen ins Auge; und nebst üblichen lyrischen Ergüssen auch die Erzählung einer Geschichte aus dritter Person: eine Geschichte des Waisen Gordon, eine Geschichte über sein Leben, seine Schicksalsschläge – und der widersprüchlichen Suche nach seinem Vater, welcher ihm bis ins zehnten Lebensjahr ohne andere soziale Kontakte zuhause wie von der Außenwelt gefangen gelassen hat; und dann von heute auf morgen einfach verschwand.

Selbst bezeichnet man sich an anderer Stelle als „soundtracky“. Nun, den Anspruch dürfte man gerecht werden: „Years In The Wall“ hat reichlich zu erzählen, wirkt musikalisch jedoch wenig aufdringlich, mehr filigran schwebend. Sphärische, zerbrechliche Klangbilder mit hörbarer Post-Rock-Schlagseite, jedoch auch gerne poppigeren Ansätzen und natürlich Gesang. Das ergibt unterm Strich ein eindrucksvolles Ganzes mit kuschelig-wärmender Atmosphäre und zahlreichen einlullenden Sequenzen, welches unter seinen Ansprüchen nicht untergeht.

Gleichzeitig ist „Years In The Wall“ auch nicht der große Wurf schlechthin. Unauffällig im Gegensatz zum aufwändigen Kern wirkt das gehörte, oft etwas zu dahin plätschernd. Natürlich ist „Years In The Wall“ als Konzeptalbum auch kein Album der Hits, und natürlich ist dem nicht immer so: Um so zu urteilen sind einige Momente einfach zu wunderschön. Was letztlich bleibt ist also ein Album, dessen erleben (und die Betonung liegt bewusst auf diesen Prädikat) eine Reise ist, die sich durchaus lohnt, dessen Möglichkeiten jedoch noch nicht vollstens ausgespielt sind. Da die Geschichte um Gordon Voice jedoch mit offenem Ende zurücklässt und Potenzial durchaus gegeben ist sehe ich dem jedoch für die Zukunft optimistisch entgegen. 7 sehr gute Punkte.



Tracklist:

01. Sorry For The Bad View
02. Paper Walls
03. Asylum F22.0
04. Put Your Sun In The Corner
05. Beautiful Accident
06. Lightseconds
07. Empty Station
08. Don't Visit A Dying Bastard
09. Outpatient: Voice
10. The Fine Print

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Olivier H.

Autoren Bio

"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

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