Plattenkritik

Snuff - 5-4-3-2-1-Perhaps

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Release Date: 08.01.2013
Datum Review: 09.01.2013

Snuff - 5-4-3-2-1-Perhaps

 

Der morgendliche Blick in den Spiegel will einfach nichts Neues bereithalten: Schlaf ist Duncan Redmonds schon seit Jahren nicht mehr anzusehen. Die Leichtigkeit von Gemüt und Humor scheint neben der musikalischen Auslebung des Briten gegen eventuell auftretende Müdigkeiten gesiegt zu haben. Welcher Bandname hinterher auf dem Plattencover steht ist dabei fast nebensächlich – Hauptsache am Ende kommt heraus wofür nicht nur das vereinte Königreich seinen Klüsenbruder liebt.

SNUFF schreiben seit Jahr(zehnt)en Songs für jedes einzelne Stadium des Besoffenseins. Dabei berufen sie sich auf Posaune, wechselnde Fußballtrikots und ihre Signature-Orgel – denn selbst der Schuster weiß ja bekanntlich um seine Leisten. Viel Geduld wird der Aufwärmphase von SNUFF 3.0 nicht zugesprochen meint „In The Stocks“ - und glättet erst mit anstachelnden Handclaps, dann mit gelöstem Melancholie-Chorus, nach welchem die Kehle bereits erneut befeuchtet werden muss.

Fast zehn Jahre Gardinen zu? Und jetzt „5-4-3-2-1-Perhaps?“. Ein gelungener Restart. „From Underneath The Ice“ tut so, als wären Soundtracks zu „Thrasher“-Skatevideos immer noch das Aushängeschild fürs „Coolsein“ schlechthin, „Mumbo Jumbo“ heult auf und prügelt der Heulsuse, die an Redmonds, SNUFF, England, Punk oder sonstig möglichen Vergehen zweifeln wollte, den akustischen Weichspüler in die Windeln.
Man könnte meinen, Band und Studioumfeld wären nach „Demmamussabebonk“ einfach eingefroren worden, um jetzt in zehn verstärkten und zwei gediegenen Runden den eigenen Nachwuchs zu mimen: „Rat Run“ ist SNUFF auf Anschlag und siedelt zwischen Finale und Kater, „I Blame The Parents“ sorgt für den vertrauten Gegenpol zu Wohlfühl-Pubsongs wie „Bones For Company“ oder dem brillanten „EFL“, dass aus längst vermissten Zutaten einen markanten Augenaufschlags-Eintopf zusammenrührt. Ob oder ob nicht – die Akustikversionen nach getaner Arbeit ihr Übriges tun und Redmonds vor den Aufnahmen zu „5-4-3-2-1-Perhaps?“ überhaupt seine Snaredrum nachstimmen musste – Zeit, um sich Antworten zurecht zu legen hatte der singende Trommlerkopf der Brit-Institution genügend.
Jetzt ist es erneut an ihm, die Tatsachen als SNUFF getarnt in die mehr als geduldige Welt hinaus zu tragen.


Trackliste:

01 – In The Stocks
02 – From Underneath The Ice
03 – There Goes The Waltzinblack
04 – Mumbo Jumbo
05 – Rat Run
06 – EFL
07 – Bones For Company
08 – Mary Poppins
09 – I Blame The Parents
10 – All Good Things
11 – In The Stocks (Acoustic)
12 – EFL (Acoustic)

Alte Kommentare

von yep 11.01.2013 12:21

meine Euphorie über ein neues SNUFF Album trübte sich ein wenig beim ersten Hördurchgang. Dennoch schön sie am Leben zu wissen. Haben immer viel Spass gemacht.

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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