Plattenkritik

Spaceman Spiff - Endlich Nichts

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Release Date: 10.01.2014
Datum Review: 04.03.2014

Spaceman Spiff - Endlich Nichts

 

Der kleine Superheld in den sich Calvin aus den wunderbaren Comics Calvin & Hobbes verwandelt, ist wieder zurück. Von einer Reise nach Neuseeland hat Hannes Wittmer aka SPACEMAN SPIFF viele wunderbare neue Songs mitgebracht und sie auf Platte gepresst. Zumindest klanglich erfährt man, was eine solche Reise mit dem Protagonisten des Albums "Endlich Nichts" anstellt. So tritt SPACEMAN SPIFF auf diesem Album ein wenig größer als noch auf dem Vorgänger "...Und Im Fenster Immer Noch Wetter" auf. Direkt der erste Song "Vorwärts Ist Keine Richtung" nimmt mehr Raum ein, als alles Vorangegangene. Die Instrumentalisierung ist üppiger geworden, wirkt nachdrücklicher und intensiver. Und so zieht es sich durch das gesamte Album. Alte Freunde durften mitmischen. Felix Weigt zum Beispiel, den man in der deutschsprachigen Singer-/Songwriterszene als Multimusikalisten immer auf dem Zettel haben sollte. Er durfte auch schon bei "...Und Im Fenster Immer Noch Wetter" Cello und anderes bedienen. Wohldosierte Rhythmusinstrumente, sphärische Synthesizer, aufstrebendes Klavier, Hauptdarsteller: Gitarre. Musikalisch lädt Herr SPIFF eher zu sanfter Bewegung als zu Versumpfung ein.
Textlich bewegt sich SPACEMAN SPIFF immer noch in den alten Sphären. Einsamkeit im städtischen Raum, Orientierungslosigkeit im Lebensraum, Hoffnung und Verzweiflung, Freundschaft, Liebe. Doch seine Texte biedern sich nicht an, ertränken einen nicht in Selbstmitleid, sonder streicheln vielmehr die Seele, reichen Hände und umarmen, zeigen Wege und begleiten, leiten.
SPACEMAN SPIFF ist so ein bisschen wie an der Elbe sitzen, Bier trinken und Schiffe schauen: Etwas Vertrautes, etwas Sehnsucht, etwas Anschub, etwas Traum und etwas Wirklichkeit. "Endlich Nichts" versucht den Pol zwischen Fernweh, Veränderung und Beständigkeit zu finden. Das ist nicht einfach, aber es fällt einem eben nichts in den Schoß. Vermutlich ist "Endlich Nichts" eine gute Begleitung in den Frühling und Sommer.

Tracklist:
1. Vorwärts ist keine Richtung
2. Teesatz
3. Mind The Gap
4. Was wir anders wollten
5. Oh Bartleby
6. Bevor der Konjunktiv gewinnt
7. Wände
8. Milchglas
9. Der Tag an dem ich verrückt wurde
10. Nichtgeschwindigkeit
11. Die Ruhe selbst
12. Han Solo

Autor

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Jule

Autoren Bio

wäre gern teil einer postfeministischen emopunkband/ verbalprimatin/ kuchenveganerin/ ich kann mir keine songtitel merken, selbst die meiner lieblingssongs vergesse ich.../ ich bin nicht betrunken, ich bin immer so/ fraujule.blogspot.de

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