Plattenkritik

Station 17 - Alles für alle

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Release Date: 17.10.2014
Datum Review: 29.09.2014

Station 17 - Alles für alle

 

Gelobt sei der Wandel! Nichts für Authisten, doch zu STATION 17 passt es im Falle von "Alles für Alle" sehrsehr gut. Mögen einige doch den alten experimentellen elektronischen Zügen dieser Ausnahmeband aus Hamburg hinterhertrauern, doch zum Expermimentieren gehört eben auch die Erkundung neuer Wege. So ist das neue Album von STATION 17 erstaunlich poppig und eingängig geworden. Ausnahmslos tanzbar, mitsingbar und abfeierbar. Alles für alle eben. Dabei ist dieses neue Werk keinesfalls langweilig und vorhersehbar. So einfach machen es STATION 17 ihren Hörern nicht. Abwechlungsreichtum ist nicht nicht nur in Punkto Ernährung wichtig. Auch zu einer guten Platte gehört es.
Ein wenig hyperaktiv sind die Damen und Herren aus Hamburg sicherlich. Sie tanzen gerne auf allen möglichen Hochzeiten, nehmen an Künstlern für gemeinsame Aktionen mit, was es mitzunehmen gibt und machen vielleicht daher auch auf ihrem neuen Album einen aufregenden Tanz durch die Musikstile mit. Von Electropop über Indie hin zu Postpunkeinschlägen ist alles mit dabei. Da freut man sich schon auf die nächsten Auftritte, denn STATION 17 haben auf ihren Konzerten schon früher alles zum Beben gebracht, was sich bewegen ließ. Immerhin existiert dieses Bandprojekt schon seit über 25 Jahren, hat in dem Metier eine Menge Erfahrungen sammeln können und schon mit Künstlern wie FETTES BROT, STEREO TOTAL und THE ROBOCOP KRAUS kolaboriert. Da darf auch gerne mal ein neuer Sound her. Der Titelgebende, eher elektronisch angehauchte Song "Alles für Alle", welchen die Band gemeinsam mit Stritzi Streuner von FRITTENBUDE aufgenommen hat, kreiste schon im vergangenen Jahr auf sämtlichen Kanälen und diente der wichtigen Kampagne eines großen "Fürsorge"vereins als musikalische Untermalung.
Vermutlich hätten STATION 17 auch diesen Anschub nicht nötig gehabt, gelten sie doch als Zugpferd des Hamburger Künstlerkollektivs Barner 16, das weit über die Grenzen der Stadt bekannt ist. Ganz ohne Instrumentalexperimentelles konnt aber auch das aktuelle Album nicht aus. So holen sie in "Bellaliance" doch alles raus, was in den tonproduzierenden Gerätschaften eines Studios stecken kann und füllen so knapp 4 Minuten mit Instrumentalgefrickel in denen es keine Sekunde langweilig wird oder gar an Schwung verliert. Und auch bei Kollegen haben STATION 17 sich bedient. So steuerten sie zu dem Relase von FINDUS´ "Nachtwache" einen Remix bei. Dieser sehr raue klingende Song liefert einen sehr gut passenden Bruch in der sonst runden, poppigen Struktur des Albums. Und auch im Geiste geben STATION 17 dem Punk die Hand. In "Strand" wissen sie, dass unter dem Pflaster eben jener Strand zu finden ist. Verbindungen herstellen zu allem und jedem. Eines der großen Talente der Barner 16, zu der auch STATION 17 gehören. Und es ist genug für alle da, auf die Verteilung kommt es an. Im Falle von STATION 17 hat genau dieses Thema vermutlich mehr Brisanz als es auf den ersten Eindruck scheint. "Halma" ist in diesem Sinne mehr als nur ein Brettspiel. Sie wollen alles und noch viel mehr und das ist auch gut so. Denn STATION 17 können ein Lied davon singen, dass man selbst bei alltäglichen Dingen öfter an die Grenzen kommt, als es einem lieb ist. Doch trotz aller alltäglicher Härte, bleiben STATION 17 gut gelaunt und laden zum Tanzen im Herbst ein. Auch so kann man Grenzen überwinden. Vor allem zusammen.

Tracklist:
1. Kairo
2. Alles für alle (feat. Stritzi Streuner)
3. Es tut mir leid
4. Halma
5. Mosaiksteine
6. Welle der Enttäuschung
7. Bellealliance
8. Nachtwache ( feat. FINDUS)
9. Lass es frei
10. Deine Zeichen
11. Strand

Autor

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Jule

Autoren Bio

wäre gern teil einer postfeministischen emopunkband/ verbalprimatin/ kuchenveganerin/ ich kann mir keine songtitel merken, selbst die meiner lieblingssongs vergesse ich.../ ich bin nicht betrunken, ich bin immer so/ fraujule.blogspot.de

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