Plattenkritik

Straight To Your Face - The Struggle

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Release Date: 27.08.2010
Datum Review: 16.10.2010

Straight To Your Face - The Struggle

 

Nach all dem Palavern über die Liebe und ihre Eigenarten in meiner SMOKE FAIRIES-Review sehnt man sich insgeheim ja doch nach ein bisschen Direktheit und primitiveren Emotionen. Was liegt da also näher, als den Blick über den Promostapel fahren zu lassen, der sich da vor einem aufgetürmt hat und in einem Zustand innerster Zufriedenheit eine Band namens STRAIGHT TO YOUR FACE heraus zu ziehen? Photoshop-Totenkopf auf dem Cover, grimmige Blicke in die Kamera auf der Rückseite. Von Etikettenschwindel geht da wohl keiner aus. Von Ironie erst recht nicht.

„I’ve seen a lot of shit in my life, everyday is a reminder that life is a struggle, working hard just to survive.” Musik kann ja so berechenbar sein. Aber eines muss man den Dänen ja lassen: die ziehen das durch. Und zwar bis zum bitter fucking end. Also elf mal oder dreiunddreißig Minuten voll auf die Zwölf zwischen HATEBREED (wer hätte bei diesem Bandnamen auch etwas anderes vermutet) und alten MAROON. Damit bietet man dann natürlich heutzutage eine größere Angriffsfläche als der arme winselnde Kerl da auf dem Boden in der Blutlache mit dem eingetretenen Gesicht. Aber denen ist das offenbar mal ganz mächtig egal, denn: „If you don’t like us – Fuck You!“ Wir sind übrigens gerade mal bei der Hälfte von „Back In The Ring“, dem zweiten Song angelangt. Was folgt ist bekannt und wenig überraschend, aber zugegebenermaßen in all seiner Prolligkeit (inklusive „let me hear you, let me feel you“-Aufforderungen an den Hörer) und handwerklich soliden Umsetzung dann doch ganz unterhaltsam. Bis etwa zur Hälfte. Dann ist aber auch mal wieder gut und man wünscht sich eigentlich nur, dass die Herren mal jemand kräftig in den Arm nimmt. Vermutlich würden sie diese Person dann aber auch noch zu Boden werfen und noch mal nachtreten. „You left me no choice.“ Ihr wisst schon.

Aber so kriegen dann eben eine weitere Viertelstunde alle Shit Talkers und Backstabbers und sonstige False Friends verbal ihr Fett weg, bis keiner mehr steht. Man kennt das ja. STRAIGHT TO YOUR FACE erst recht, denn die sind ja „part of the underground scene since ‘95” wie sie stolz in “Never Giving Up” (diese Songtitel!) verkünden. Schön.

Was also soll man über „The Struggle“ sonst noch groß schreiben? Der potenzielle Hörer hat die Scheibe vermutlich eh schon seit Erblicken des Covers im Regal, der Rest kann bedenkenlos weitergehen. Hier gibt es nix zu sehen und zu erleben, gesetzt dem Fall, man erwartet auch nur etwas mehr als eine halbe Stunde stumpfen Hass ohne jegliche Doppelbödigkeit. Aber Tradition verpflichtet eben. Auch heute noch, in Zweitausendzehn und auf das hundertste „set me free!!!“ aus vom Leben böse geschundenen Kehlen wird wohl auch noch das hunderterste folgen.

Tracklist:

01. “The Struggle”
02. “Back In The Ring”
03. “Speak Up”
04. “Bleeder”
05. “Special Talent”
06. “Behind My Back”
07. “Lana’s Choice”
08. “Never Give Up”
09. “Broken Promises”
10. “Thou Shall Not Kill”
11. “Salvation”

Alte Kommentare

von Ray 16.10.2010 12:43

Haha.... klasse Review

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Manuel F.

Autoren Bio

Eher so der Kumpeltyp.

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