Plattenkritik

Strung Out - Prototypes And Painkillers

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Release Date: 27.03.2009
Datum Review: 13.03.2009

Strung Out - Prototypes And Painkillers

 

Nach unzähligen Jahren und Veröffentlichungen auf der Punkrock-Schmiede Fat Wreck Chords bedarf es eigentlich keiner großen Worte mehr um die Herren der Band STRUNG OUT vorzustellen. Nicht selten werden Prädikate wie „innovativ“ oder Phrasen wie „sich selbst neu erfinden“ mit der Band in Verbindung gebracht, die durchaus auf einer soliden Grundlage fußen, da STRUNG OUT schon recht früh die Scheuklappen absetzten und ihren treibenden Melodycore mit einer gehörigen Portion Metal-Riffing versahen. Ihren musikalischen Höhepunkt erreichte diese Entwicklung auf dem 2004er Werk „Exile In Oblivion,“ welches zu den interessantesten Platten der letzten Jahre zählt. Auf “Blackhawks…“ drehte man diese Schraube dann allerdings, für meinen Geschmack, einen Tick zu weit und verlor sich zu sehr im Midtempo-Posing.

Mit “Prototypes And Painkillers“ scheint man die Wartezeit zum neuen Release überbrücken zu wollen und schustert dem Hörer ein Paket aus Outtakes, Demos und Compilation-Tracks zusammen. Teilweise sogar bisher unveröffentlicht, wie uns das Label versichert. Doch der geneigten Klugscheißer wird schon bei diesen Angaben stutzig werden, denn sowohl “Ashes“ als auch “Mad Mad World“ wurden bereits auf “Another Day In Paradise,“ also einer regulären LP vertrieben. Und auch “Dig“ und “Velvet Alley“ (wobei es sich hier um eine akustische Version handelt) befanden sich bereits auf der “Amercian Paradox,“ bzw. “Ghost Town“ und “Barfly“ auf “Element Of Sonic Defiance,“ wobei diese auch nicht als unveröffentlicht etikettiert sind, auf einer B-Side-Compilation aber (bis auf die Akustikversion) doch eher überflüssig sind. Weiterer „schöner“ Trick den Song “Jackie O“ kurzerhand in “Jacqueline“ umzubenennen und ebenfalls von der “Element Of Sonic Defiance“ zu klauen. In jedem Fall ein ziemlich dreister Etikettenschwindel!

Musikalisch (und vor allem technisch!) gibt es eigentlich keine zwei Meinungen: Andere Bands wären sicherlich froh, hätten sie solche A-Seiten und dem Hörer wird hier erneut die Entwicklung der Band vor Ohren geführt. Klingen “I’m Not A Loser,“ “Sinner Or Coward?“ oder “Pleather“ schon fast nach 80s old-school-HC a la CIRCLE JERKS, ist es nicht schwer zu erraten, dass “Novella” oder auch “More Than Words” aus der “Blackhawks…” Session zu stammen scheinen. Fans der Band sollten aufgrund der genannten “Oldies” oder auch wegen dem coolen “Season Of The Whitch“ ein Ohr riskieren, allerdings die Tracklist genau mit ihren bereits vorhandenen Platten vergleichen und den Kauf abwägen. Neueinsteigern beschert die “Live In A Dive“ mit Sicherheit einen relevanteren Überblick.



Tracklist:

01. Don’t Look Back
02. Novacain
03. I’m Not A Loser*
04. Novella
05. Lost Motel
06. Pleather*
07. Klawsterfobia
08. Ghost Town
09. Bark At The Moon
10. Sinner Or Coward?*
11. Season Of The Whitch
12. Your Worst Mistake
13. Betrayal
14. More Than Words
15. Barfly
16. Night Of The Necro*
17. American Lie
18. Dig
19. Wrong Side Of The Tracks
20. Just Like Me
21. Mad Mad World*
22. Jacqueline
23. Velvet Alley
24. Ashes*
25. Forever Is Today*

*bisher unveröffentlicht

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Christian Schroub

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