Plattenkritik

THE NEW BLACK - A Monster's Life

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Info

Release Date: 26.02.2016
Datum Review: 30.04.2016
Format: CD

Tracklist

 

Long Time Coming

Blockbuster Life

With A Grin

Send In The Clowns

Dead In The Water

Buddha Belly

The Beer of No Return

A Pill Named Ting

Better

That´s Your Poison Not Mine

THE NEW BLACK - A Monster's Life

 

 

Man trägt wieder schwarz! Anno 2016 gehört die Absenz jeglicher Farbe immer noch zur elegantesten Kleiderwahl, wenn es darum geht ein gesellschaftliches Event optisch angemessen beizuwohnen. Das „kleine Schwarze“ wird dieses Jahr jedoch vom „Neuen Schwarzen“ abgelöst, welches aus deutschen Landen stammt und auf den vollmundigen Namen „A Monster´s Life“ hört.

In den vergangenen Jahren betraten und verließen viele eher durchschnittlich geratene Plagiate den musikalischen Catwalk. Die internationale Ideenfindung erschien, aus innovativem und kreativem Blickwinkel heraus betrachtet, an einem Nullpunkt angelangt zu sein. Man feierte alte Helden und ihre uninspirierten Neuschöpfungen, weil die Industrie scheinbar keine neuen Ikonen mehr produzierte oder zumindest diese klein hielt (sofern man einige bemerkenswerte Formationen aus dem Untergrunds als Referenz hinzuziehen wollte). So wurde die Retorte zu einem Verkaufsschlager durch die bewusste affektive Inszenierung nostalgisch verklärter Erinnerungen an längst vergangene Zeiten beim Rezipienten und musikalischer Finesse beim Künstler.

 

Doch während die großen Namen auf Sicherheit spielen und partiell zu ihren eigenen Tribute-Bands verkommen, findet man doch, sofern man sich die Zeit nimmt das unübersichtliche, längst nicht wirklich divergente Angebot des aktuellen Rock and Roll zu durchforsten und zu sichten einige Schmuckstücke, wie zum Beispiel THE NEW BLACK´s „A Monster´s Life“. Mit welcher Hingabe und Liebe zum Detail bei 'That´s Your Poison, Not Mine' oder dem energetischem 'The Beer of No Return' gearbeitet wurde evoziert morgens um elf schon das Bedürfnis nach einer gut gekühlten hopfenhaltigen, prickelnden Kaltschale. THE NEW BLACK lassen (spielend) 'With A Grin' andere gewichtige Marken wie Black Label Schnappes vergessen und verweben farbenprächtige Melodien mit einem anziehenden Schwarz, wie es seit dem Flug des 'Albatross' aus North Carolina im Jahre 1994 nicht mehr gesehen wurde. Dass in Zeiten von Globalisierung, mageren Umsätzen und einer Flut von gleichgeschalteten Produkten ein Schöpfer Durchhaltevermögen zeigen muss spiegelt sich im klanglichen Gewand Jacob Hansens – Gut Ding will gut Weile haben oder: Sometimes some things need 'A Long Time Coming'. THE NEW BLACK sind ein begründetes Argument im zeitgenössischen Diskurs inwiefern weitere Wiedervereinigungen ausgedienter, uninspirierter ex-Junkies oder die andauernde Präsenz von Altbewährtem und scheinbar dauerhaft Wiederkehrendem gebraucht werden. Vielleicht sollten wir den eigenen Blick nach Vorn richten und nicht nach hinten. Mit THE NEW BLACK haben wir einen Stern der Hoffnung am Himmel, dass die Ära von Monsters noch nicht gänzlich vorbei ist, dass Fiktion Wahrheit werden kann und guter Rock and Roll nicht aus Schweden oder den Staaten kommen muss. Also hieven wir die Macher dieses schillernden Schwarz ins 'Blockbuster Life', oder: Der König ist tot, lang lebe der König!

 

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Linc

Autoren Bio

Singer-Songwriter bei "Linc Van Johnson & The Dusters" (Folk´n´Roll) Singer @ Supercharger (DK) Part of the ALLSCHOOLS family since 2006.

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