Plattenkritik

The Ocean - Pelagial

Redaktions-Rating

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Release Date: 24.04.2013
Datum Review: 24.04.2013

The Ocean - Pelagial

 

Mit ihrem neuen Album laden THE OCEAN auf eine Reise durch die Tiefen des Ozeans. Das neue Konzeptwerk „Pelagial", welches ursprünglich als reines Instrumental-Album gedacht war, erweist sich nicht nur als atemberaubendes Klangspektakel, es zeigt auch eine Band, die anscheinend auch ihr eigenes Innerstes gefunden und erkundet hat. Und mit diesem Wissen das wahrscheinlich Beste Album ihrer Diskografie veröffentlicht.
Keine Frage, die Band um Klangarchitekt Robin Staps hat bis dato nur Ausnahmewerke veröffentlicht. Auch „Heliocentric“ und „Anthropocentric“ (beide 2010) waren fabelhafte Alben. Jedoch merkte man diesen beiden Veröffentlichungen an, dass das Quintett, welches sich nach „Precambrian“ aus dem Kollektivgedanken zu einer konstanten Einheit formte, noch einen Findungsprozess zu durchleben hatte. Ein Prozess, der sich vermutlich in den letzten zwei Jahren durch intensive und weltweite Touren vollzog und die Band noch enger zusammenwachsen lies.
Nun „Pelagial". Das vertonte Abtauchen in die unendlichen Tiefen des Ozeans. Wer, wenn nicht THE OCEAN hätten sich diesem herausforderndem Konzept widmen können.
Gleich von Beginn an wird klar, dass es im Fokus von Staps lag, jedes nur kleine Detail dieser Reise einzufangen und musikalisch wieder zu geben. Was ganz sanft mit „Epipelagic“ beginnt, endet zum Schluss hin mit „Benthic The Origin of Our Wishes“ in schweren, Luft raubenden Atmosphären. Wie intensiv THE OCEAN diese Reise auf ihren elf Tracks musikalisch wiedergeben, grenzt an absolutem Perfektionismus. Der vielschichtige, progressive Metal, welcher der Band seit Beginn ihrer Entstehung als schier unerschöpfliche Quelle dient, wird hier so fulminant inszeniert, dass das Ganze seines Gleichen sucht. Ganz gleich, ob es das technische Vermögen seiner Akteure oder dieses unglaublich authentische Klangbild ist, welches „Pelagial" inne wohnt, alles was auf diesem Album seinen Ton gefunden hat, deutet auf eine aussergewöhnliche Leidenschaft hin. Hier wurde rein gar nichts dem Zufall überlassen.
Die Songs bauen sich auf, stürzen sich ins Chaos, wirbeln durch wirre Ströme und fangen sich wieder in ihrem Bewusstsein. THE OCEAN befeuern ihren Metal gewohnt vielschichtig mit Elementen des Sludge, Doom bis hin zu TDEP-typischen schizophrenen Tempowechsel. Dabei verlieren sie sich aber nie in verstörenden Strukturen, sondern überzeugen mit kompositorischem Feingefühl. Denn trotz aller Wendungen und Überraschungen steht immer der Song an sich und seine Kompaktheit im Fokus.
Absolut überragend ist auch die Rolle, die Sänger Loïc Rossetti in diesem Spektakel spielt. Fernab vom perfekt erbautem Instrumental, erhält „Pelagial“ durch seine farbenreiche Stimme eine völlig anderes Erscheinen. Rossetti erzählt seine Geschichten unglaublich authentisch und beweist damit, dass seine Stimme nun endgültig mit der Musik verwachsen ist.
Im Grunde könnte man noch zahlreiche Dinge aufzählen, die „Pelagial“ aufwerten und veredeln. Ob es nun die Feinheiten in der Instrumentierung sind, wie zum Beispiel der gezielt eingebrachte Einsatz klassischer Instrumente, das wieder einmal unvergleichliche Artwork oder das perfekte Mastering von Jens Bogren (Opeth, Katatonia, Witchcraft). Die Liste wäre wahrscheinlich unendlich.
Abschließend kann man vor dieser Band eigentlich nur noch seinen Hut ziehen. Denn dieses Album sollte THE OCEAN nun endgültig den Status als eine der aussergewöhnlichsten und kreativsten Metalbands dieser Zeit bestätigen und festigen.

Trackliste:
(CD 1)
1. Epipelagic
2. Mesopelagic Into the Uncanny
3. Bathyalpelagic I Impasses
4. Bathyalpelagic II The Wish in Dreams
5. Bathyalpelagic III Disequillibrated
6. Abyssopelagic I Boundless Vasts
7. Abyssopelagic II Signals of Anxiety
8. Hadopelagic I Omen of the Deep
9. Hadopelagic II Let Them Believe
10. Demersal Cognitive Dissonance
11. Benthic The Origin of Our Wishes

(CD 2)
1. Epipelagic
2. Mesopelagic (instrumental)
3. Bathyalpelagic I (instrumental)
4. Bathyalpelagic II (instrumental)
5. Bathyalpelagic III (instrumental)
6. Abyssopelagic I (instrumental)
7. Abyssopelagic II (instrumental)
8. Hadopelagic I (instrumental)
9. Hadopelagic II (instrumental)
10. Demersal (instrumental)
11. Benthic (instrumental)

Alte Kommentare

von Huch 27.04.2013 09:58

Ohne Frage eine tolle Platte. Allerdings fehlt mir hier letztendlich doch etwas der Biss.

von Ein... 27.04.2013 15:24

Meisterwerk!!!

von Marküs 03.05.2013 21:17

Ohne wenn und aber 10 von 10 Punkten! Undendlich geil!

von ABNDNALLFE 05.05.2013 14:50

Wird den Lobeshymnen absolut gerecht!

von Henno 14.07.2013 18:42

Die beste Band der Welt hat wieder mal eine perfekte Platte zusammengeschustert.

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Mulder

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