Plattenkritik

The Rabble - The Battle's Almost Over...

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Release Date: 20.08.2010
Datum Review: 18.08.2010

The Rabble - The Battle's Almost Over...

 

Ist es Punk, ein Album im edlen, hochwertig bedruckten Digipack zu veröffentlichen? Ist es Punk, neben dem Booklet auch noch ein Poster im Bravo Stil bereit zu legen? Ist es eigentlich Punk, mehrmals sich selbst im Album in Hochglanz Pose (sämtliche Punk Klischees werden selbstverständlich bedient) abzulichten? Hinzu kommt ein Exotenbonus, denn eine Punkband aus Auckland namens THE RABBLE sorgt allein mit der Herkunft Neuseeland für Neugierde. Das vorliegende, zweite Album “The Battle's Almost Over...“ wurde bereits 2009 veröffentlicht und soll jetzt auch über die Grenzen des Kiwi-Staates getragen werden. Zurzeit beschäftigt sich das Trio bereits mit einem dritten Album, dass Anfang 2011 erscheinen soll, somit scheinen THE RABBLE eine genaue Vorstellung vom Business zu haben.

Kommen wir zur Musik, die nicht geschminkt werden kann, sondern von sich aus überzeugen muss. Und streckenweise kann. THE RABBLE zeigen Qualitäten, denn die Refrains zünden, die Sing-A-Longs sind schmissig und mitunter sogar gemein. Auch ist der Sound knackig verpackt und die Tracks sind trotz aller Melodie griffig komponiert worden. Aber schon bald löst sich der "Parental Advisory - Explicit Lyrics" Aufkleber und die Rotzigkeit sowie Aggressivität entschwindet. Es entsteht nach und nach und mehr und mehr das musikalische Bild einer Streichelwiese, auf der drei Designer Punks von vielen Äußerlichkeitsfanatikern, die permanent "Och, guck mal, sind die nicht süüüüüüß" seiern, gestreichelt werden. Um "richtige" Punk Songs schreiben zu können, muss ein Musiker den Dreck der Gosse eingeatmet und eine innere Anti-Einstellung durch Musik manifestieren. Alleine etwas durch Aussehen sein zu wollen reicht da nicht aus. Genau dieses Manko, lediglich unter einem Banner verkaufen zu wollen, ist “The Battle's Almost Over...“ bei aller Güte anzuhören.

Tracklist:
1 Seeking
2 Salvation
3 Sick & Tired
4 Blood & Whiskey
5 Bored
6 Tommy Was
7 The New Generation
8 This World is Dead
9 Devil's Highway
10 The Battle
11 Step Back
12 Wasted Days
13 Zombies
14 Dead End
15 Start Again
16 City of Sin

Alte Kommentare

von Ralf Real Shock 06.09.2010 16:35

von: http://www.3rdgenerationnation.de/ReviewsAugust2010.htm Wir stellen uns mal folgendes rein fiktives Szenario vor. Der geleckte Mike Ness (SOCIAL DISTORTION), der schoene Lars Frederiksen (RANCID) und die Punk-Omi der Nation, Nina Hagen (die eh alles annimmt, was sie noch so kriegen kann) sitzen in einer Jury von einer dieser Casting-Shows mit dem Motto „Punkrock Stars“. Alle sind sich einig: Das Trio mit vier Faeusten aus Neuseeland soll gewinnen. Warum? Nun, die Frage beantwortet dieses nun zweite Studio-Album. Perfekt vom Scheitel bis zur Sohle sind die Edel-Youngster musikalisch, textlich, layout-technisch, aber vor allen Dingen optisch einmal komplett durchgestylt. Wirklich, am Allerschaerfsten finde ich dabei den Guertel mit der Skelett-„Mittelfinger“-Hand-Schnalle, die auf dem zweimal auffaltbaren beiliegendem Deluxe-Farbposter vom Gitarristen getragen wird. Also, ein Poster ist dabei, schoen schoen (warum eigentlich kein Starschnitt? Kommt bestimmt mit dem dritten Album.), dazu ein aufwendiges Booklet, und das Ganze in einem Digi-pak der Sonderklasse A verpackt. An alles ist gedacht worden und Mike, Lars + Nina klatschen begeistert Beifall. Nur was fehlt, ist die Seele. Klingt wie aus einem schlechten Pathos-Kriegsfilm, ist aber so. Ich vermisse den Sand im Getriebe. Den Dreck unter den Fingernaegeln, die Hautabschuerfungen, der abgeschlagene Flaschenhals, der vor deinem Gesicht ploetzlich gefaehrlich nahe auftaucht. Das hier was The Rabble veranstalten, das ist mir einige Spuren zu aalglatt und gepost. Musikalisch machen die Jungs bei ihren 16 Tracks einiges her, keine Frage, die Instrumente beherrschen sie, das ist eine gute Streetpunk/pUnKrOcK-Mischung. Doch dann hoere ich mir lieber die „…And Out Comes The Wolves“ an, also das Original. Die Band hat es ganz einfach nicht auf den Schirm bekommen, ihren eigenen Stil zu entwickeln. Die Songs klingen teilweise wie RANCID-Outtakes. Nee, so wird aus Neuseeland sicherlich keine ansprechende Alternative auf der pUnKrOcK-Landkarte. Hochglanz-Punk. Das moegen auch sicherlich die angehenden Schwiegermuetter der drei Rabble-Bubis!!! Aber weil es irgendwie so niedlich und kein bissel gefaehrlich wirkt, gibt es aus meinem Pott drei O.K.-Sternchen. Bin ja nicht so….. Kleine Randnotiz: Ich kannte mal 1982 eine Band aus NZ mit dem Namen THE JOHNNIES, deren 7inch-EP „Who Killed Johnny?“ immer noch bei mir im Regal steht, weil feinster „KILLED BY DEATH“-Shocking//pUnKrOcK, you know. Aber diese Zeiten sind natuerlich laengst vorbei….

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Clement

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Ich fühle mich zu alt

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