Plattenkritik

The So So Glos - Blowout

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 30.05.2014
Datum Review: 29.05.2014

The So So Glos - Blowout

 

Vier New Yorker erklaeren zuerst, wie man seine Lieblingsplatte auf keinen Fall behandeln sollte. Im direkten Anschluss dann erlaeutern THE SO SO GLOS, wie man im Notfall seinen neuen Favoriten ausfindig machen kann. Ein Paradebeispiel der Marke Garagenpunk.

Mit der Mixtur, die Ryan und Alex Levine zusammen mit Matt Elkin und Zach Staggers auf ihrem vierten Album praesentieren, ist der Sound ihrer Band in etwa so vielseitig wie ein Tag am Meer. "Son Of An American" zwinkert zuerst kurz in die Kamera, dann roehren Gitarren und klatschendes Schlagzeug neben einer manisch-melodischen Gesangsstimme. Der Opener von "Blowout" erinnert an erst an WAVVES, spaeter an DIRECT HIT oder die REPLACEMENTS. THE SO SO GLOS aber hauen nicht mit der flachen Hand auf Saite oder Fell, dass es moeglichst viel Krach macht. Leidenschaft und Juckpulver weiss die junge Band ebenso zu vertonen wie einen ranvollen Koffer Musikhistorie. Songs wie "Diss Town" oder "Lost Weekend" zwaengen sich nicht umsonst in einen engen Bus und reisen so viel wie nur moeglich - sondern absorbieren dementsprechend: den Fuzz der Sechziger, den Schmutz des Punk, blossen und herzlichen Rock'N'Roll und den Crunch von abgetragenem Surfpop etwa tragen THE SO SO GLOS nicht zu spaerlich auf.

"Speakeasy" und "Wrecking Ball" aber transportieren genauso die Hektik und die Dynamik der Gegenwart. "Blowout" klingt kratzig und unpoliert und nach einem angenehmen Rausch, dessen Ursprung weder auf Drogen noch auf eine klangliche Ueberproduktion zurueckzufuehren waere. Alex ueberschlaegt sich stimmlich nur zu gerne, dazu poltert ein ausgeschlafener Bass und haelt die zwoelf Songs nur mit Muehe, verwirrten Keyboards und jugendlichen Backgroundchoeren im Zaum. Der Titeltrack etwa atmet FIDLAR wie DICK DALE, wogegen "All Of The Time" frischen Indierock mit Romantik und Pop kreuzt.
THE SO SO GLOS funktionieren nicht in einem bestimmten Moment am besten - von der kantigen Kifferhymne ("Island Ridin'") bis zum rohen Arschtritt ("House Of Glass") machen sie sich auf "Blowout" jeden Moment zu eigen.

Trackliste:

01. Son Of An American
02. House Of Glass
03. Diss Town
04. Lost Weekend
05. Xanax
06. Blowout
07. Wrecking Ball
08. Speakeasy
09. All Of The Time
10. Everything Revival
11. Island Ridin'
12. Dizzy

Autor

Bild Autor

Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

Suche

Social Media