Plattenkritik

The Unwinding Hours - Afterlives

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Release Date: 24.08.2012
Datum Review: 07.09.2012

The Unwinding Hours - Afterlives

 

AEREOGRAMME sind Geschichte, damit diese Tatsache jetzt auch noch der Letzte begreift. Was jedoch nicht so schlimm ist, schließlich gibt es ja jetzt THE UNWINDING HOURS. Craig B. und Ian Cook spielen auch auf ihrem zweiten abendfüllenden Longplayer mit dem Leben nach dem Tod. Dabei klingt das Duo fokussierter als je zuvor und demonstriert der Konkurrenz erneut wie Erhabenheit in Kombination mit purer Schönheit in einfache Noten gepackt werden kann.

Ian Cook und Craig B. fühlen sich wohl. Das merkt man ihnen an. Auf aktuellen Bandfotos strahlen sie gegenseitig um die Wette und sehen so gesund wie nie zuvor aus. Und siehe da: auch die einstige traurige Schwere ist aus den Songs der ehemaligen AEREOGRAMME-Mitglieder verschwunden. Die bedrückende Ader die Alben wie "Sleep And Release" auszeichnete, weicht auf "Afterlives" einer neuen schimmernden Hoffnung. Damit rückt die klangliche Schönheit und Harmonie umso mehr in den Vordergrund. Und diese ist nachwievor enorm groß.

Die Ähnlichkeiten zwischen den beiden THE UNWINDING HOURS Werken sind nicht zu übersehen. Beide Coverartwork sind schlicht in schwarz-weiß gehalten, auf beiden Alben erheben sich zehn Stücke aus dem morgendlichen Nebel, selbst die Spielzeit unterscheidet sich nur in 17 Sekunden. Keine Frage, der ehemalige Kern von AEREOGRAMME hat seinen Stil gefunden. Denn auch musikalisch hat sich der Mix aus majestätischem Post-Rock, schüchternem Indie-Rythmus und sanftem Engels-Gesang kaum verändert. Doch wie immer machen die feinen Gewürze die Suppe aus. So sollten die wellenähnlichen Synthiegebirge in "Break" nicht unerwähnt bleiben. Ebenso wenig der Keyboard-Beat in "The Right To Know" oder die Verbeugung vor der klassischen Singer/Songwriter-Schule in "The Dogs". All diese Details verfeinern das Hörerlebnis und lassen "Afterlives" vor Harmonie strahlen.

Dabei harmoniert die instrumentale Basis erneut hervorragend mit der zarten Stimme von Craig, die dem ganzen die nötige Zerbrechlichkeit verleiht. Lyrisch wandelt man zwischen Sehnsucht und - logisch - dem Leben nach dem Tod. Klingt nicht sonderlich spannend, ist aber einfach wunderbar geschrieben. Und bevor ich hier noch einmal den Namen der großen Vorgängerband erwähne, noch schnell ein Appell. THE UNWINDING HOURS sind das Hier und Jetzt, "Afterlives" ist wieder mal toll geworden und die Zukunft ist gerettet. Und nun tragt es heraus und sagt einfach mal nichts von AEREO...


Tracklist:

1. Break
2. I've Loved You For So Long
3. The Right To Know
4. Saimaa
5. The Promised Land
6. Wayward
7. Say My Name
8. The Dogs
9. Skin On Skin
10. Day By Day

Alte Kommentare

von Alex G. 08.09.2012 10:13

Sehr stark. Gestern auch wieder live gesehen, war wieder mal ein Fest!

von Ganz normales B 20.09.2012 12:25

Irgendwo zwischen salbungsvoll allzu süß. Hin und wieder ganz nett, meistens aber zu nett für mich.

von Ganz normales B 21.09.2012 00:07

PS: Ich bin schwul.

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Enrico

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Je ne sais pas. Ein Hoch auf meine Standardantwort im Französischunterricht in der Schule.

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