Plattenkritik

The Weakerthans - Live at Burton Cummings Theatre

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Release Date: 26.03.2010
Datum Review: 29.03.2010

The Weakerthans - Live at Burton Cummings Theatre

 

Ich bin furchtbar angepisst. Ich lebe seit ein paar Tagen in einer neuen, hundertmal größeren Stadt als zuvor und habe in meiner kleinen, dreckigen Wohnung mitten in der Bronx von Berlin-Kreuzberg kein Internet. Traurig, dass einem sowas aufs Gemüt schlägt, aber rund um die Uhr von der Außenwelt abgeschnitten sein, wo man doch hier noch niemanden kennt.. Aber im Grunde macht das nicht. Denn ich habe Musik. Ich habe sie alle dabei. Nicht die Platten direkt, dafür aber Schwarzenbach, Romano, MacKaye, Dylan und natürlich Yemin auf meinem Laptop. Musik für jede Situation, für jede Gefühlslage. Zufälliger- und Glücklicherweise auch Samson. Diesen begnadeten Textertypen, der für die WEAKERTHANS unvergessliche Hymnen schreibt, die sich in einer unfassbaren Gelassenheit präsentieren. Heute: Im Live-Gewand. Mit „Live At The Burton Cummings Theatre“ präsentiert man sich erstmals live und wie sich das heute gehört, lockt man mit einer beiliegenden Live-DVD. Und was, gerade wenn man in einer Stadt wie Berlin ist, passt besser als das großartige „Left & Leaving“ in einer schönen Liveversion? Und was hört sich an einem Samstagmorgen aufbauender an als „Aside“ in der Liveversion? Überhaupt: Was gibt es eigentlich schöneres als die Stimme von John K. Samson an einem solchen Morgen, an dem man schon morgens um 7Uhr von einem Meer an Sirenen geweckt wird? Nichts, außer dem großartigen „One Great City“, welches beweist, warum die Texte von Samson so großartig sind: Selbst wenn er nur von einer bestimmten Stadt singt, man kann die Eigenschaften auf jede andere Stadt auf dieser gottverdammten Welt einsetzen. Und deshalb ein völlig deplatziertes, trotzdem passendes und ebenso liebevoll gemeintes Zitat aus eben jenem Song in abgewandelter Form: „I Hate Berlin“.

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Raphael

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