Plattenkritik

The Word Alive - Real

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Release Date: 06.06.2014
Datum Review: 23.06.2014

The Word Alive - Real

 

Sakrileg: Da sprinten THE WORD ALIVE extra einen Schritt schneller durch den Entstehungsprozess, damit ihr neuestes Werk mit dem Startschuss der heimatlichen Warped Tour Hand in Hand geht - und dann schafft es die Postcore-Melkvorrichtung nicht mal auf... ach doch - da sind sie ja! Wären ja fast untergegangen zwischen all den anderen - äh - Rockbands.

Mit "Real" will die Band aus Phoenix, Arizona klarstellen, dass sie weder sich selbst noch jemandem anders etwas vormachen oder beweisen muss. Schon "Play The Victim" empfiehlt sich da als unerschrockener Botschafter: "Why do we do what we do? We do it to ourselves!" schreiflötet Frontmann Tyler Smith im Opener des dritten Albums (der sich textlich allerdings vor anderem Hintergrund bewegt), während Doublebass, breitbeinige Gitarren und der epische Synthesizerschnickschnack einer "Posthardcore"-Produktion 2014 ihm den Rücken freihalten. Hörbar aufgeräumter oder punktierter sind THE WORD ALIVE auf "Real" nicht mal trotz Studiobesuch von Popcore-Papst John Feldman geworden, wenn auch ein guter Hauch mehr melodischer Appeal in Songs wie "The Fortune Teller" oder dem akribischen "94th St." mitschwingt. Nicht bloss hier ist alleine der Werkzeugkoffer von Neu-Schlagzeuger Luke Holland ein Ohr wert, wenn sich der Grossraum-Sound der Band sonst zu oft hartnaeckig und festgefahren aufstellt.

Während "Your Mirage" oder "Broken Circuit" mit aller Kraft nochmal durch den Wolf drehen, was das bisherige Recyceln von Melodie-vs.-Moshelementen noch zu grobkörnig zurückgelassen hat, wartet mit "Light House" ein ungewohnt naiver Mitmachzirkus inklusive "Hände-in-die-Luft"-Chorus sowie mit "Never Forget" ein emotionales Tribute an Mitch Lucker: "Now all your love, they sing your songs / It's in memories, that you'll live on" gedenken Smith und Co. dem auf tragische Weise verstorbenen Freund der Band.
"Terminal" bricht nach technischen Finessen zu Beginn schnell mit seinem Hang zum geradlinigen Rock, bevor "The Runaway" mit ungewohnter Glätte fast von THE USED stammen koennte. So erklären sich THE WORD ALIVE ihre "Realness" auf eine Art und Weise, die die Band in gewissem Masse durch die eigene Entwicklung zwängt. Mal zum eleganter Gestrickten, mal zurück zum Bewährten finden die zwoelf Songs (dreizehn fuer die EU-Fans) ihren Platz in der Mitte aus totgespieltem Stoffschuh-Core und raren Momenten frischer Affinität.

Trackliste:

01. Play The Victim
02. Never Forget
03. Broken Circuit
04. Light House
05. The Fortune Teller
06. Glass Castle
07. 94th St.
08. Your Mirage
09. Terminal
10. The Runaway
11. To Struggle And Claw My Way
12. Collapsing
13. Exit Strategy

Alte Kommentare

von PhiL 12.09.2014 03:55

find die platte sehr schwach. life cycles war schon nich so meins bis auf den track hidden lakes. deceiver is auch quasi untoppbar... oder die demos mit craig. waren somit die besten sachen.

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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