Plattenkritik

The Xcerts - Scatterbrain

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Release Date: 18.11.2011
Datum Review: 20.11.2011

The Xcerts - Scatterbrain

 

"Wieviele Bands mit "X" kennt ihr?" fragt ein hämischer Justus Jonas. "Diese Briten klingen aber verdammt schottisch" näselt Peter Shaw versichert. "...und wieso muß Indierock jetzt "distorted pop" heißen?" will ein höhnischer Bob Andrews wissen. Zuerst aber die Fakten: Ein Häufchen Größenwahn, eine Kelle moderner Eintopf mit Gewürzen wie BON IVER, JIMMY EAT WORLD und - was sonst - BRUCE SPRINGSTEEN - und ja: Der Sänger hat das typische "Mac" im Nachnamen.

THE XCERTS sind zu dritt. Und hip. Da darf es schonmal New York sein, um den Nachfolger zu "In The Cold Wind We Smile" ins Mischpult zu pumpen. Gut gemacht und nachgedacht, so warten mit "Distant Memory", "Carnival Time" oder der Single "Slackerpop" melodische Prunkperlen zwischen verzweifelten Gefühlswelten und BIFFY CLYRO-artiger Arenabühne auf "Scatterbrain". Ergiebig und zweifelsfrei arrangiert, ohne mit Übermut oder einem stilistisch einwandfreien Kick zu überholen, brettert "Young (Belane)" dringlich und fordert zum Mitmachen auf, bevor "He Sinks, He Sleeps" im Anschluß driftet und in Zeitlupe geniesst. Toll. Aber nicht revolutionär. Auf das klangliche Neue, das Besondere, was das verruchte "X" zum Leben erwecken müsste, legen es Murray, Tom und Jordan aber auch gar nicht an. Mit Liebe und detaillierter Kunst schaffen sie ein rundes Album, welches das Prädikat "schön" ebenso schlicht und erhaben tragen darf wie - sei es drum - "distorted" - wenn es denn jemand wirklich für notwendig hält.

Spannt "Lament" als letzter regulärer Albumtrack auch ein Minütchen länger auf die abschließend melancholische Folter, so spule man bedenkenlos zu "Tear Me Down" als Bonustrack vor oder skippe auf den eröffnenden Titeltrack zurück um der Band aus Brighton neben den vielen Fragezeichen eine Chance einzuräumen. Investition lohnt sich bei THE XCERTS, denn immer mehr schlüssige Melodien, tüchtige Licks und klebrige Hooklines fallen aus dem wirren "Scatterbrain". "Aber dann nur der Musik wegen..." lässt sich ein nickender Justus Jonas letztlich auf den UK´schen Dreckspop ein. Und auf einmal interessiert sich auch Peter Shaw eher für die Vorgänger-EPs als für den markanten Akzent. "Scatterbrain" soll nicht als einzelner Song gedeutet werden, sondern besser als Album und Gesamtkunstwerk mit einem open mind konsumiert werden" bittet Frontmann Murray den Longplayer der Marke Mike Sapone (u.a. Taking Back Sunday, Crime In Stereo, Brand New) betreffend.
"Laß den Schotten ihre Schublade, wenn sie meinen..." stimmt letztlich auch Bob mit ein und nickt rockig und straight statt "distorted" oder "poppig" zum stämmigen "Hurt With Me". Soso. Hauptsache, erstmal groß drum herum reden.


Trackliste:

01. Tar
02. Scatterbrain
03. Distant Memory
04. Gum
05. Slackerpop
06. I Scare Easy
07. Young (Belane)
08. He Sinks. He Sleeps
09. Carnival Time
10. Hurt With Me
11. Lament
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12. Let´s Run
13. Tear Me Down
14. Gum (Alt. Version)
15. Young (Belane) (Alt. Version)

Autor

Bild Autor

Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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