Plattenkritik

These Hearts - Forever Ended Yesterday

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Release Date: 24.06.2011
Datum Review: 16.06.2011

These Hearts - Forever Ended Yesterday

 

Ich erinner mich noch als wäre es Gestern gewesen: Das neue EMMURE Album stand in den Startlöchern und auf dem Youtube-Account von Victory tauchten die ersten Trailer auf. Natürlich wollte man direkt antesten was für ein Machwerk einen erwarten würde und haute auf den Play-Button. Doch mit dem was dann kam hatte keiner gerechnet: Victory hatte vor den erwarteten Trailer noch eine Vorschau auf das neueste Signing im Victory-Roster geschaltet: THESE HEARTS.

Fünf sehr junge Herren mit gestreiften Pullis, hautengen Hosen, tödlichen Scheiteln und einem vor Freude überschäumenden Gesichtsausdruck, dass man am liebsten mit dem Genital zuerst in eine Kreissäge springen möchte. So jedenfalls der allgemeine Konsenz, denn von der Musik war nicht viel zu hören. Es ließ sich lediglich eine gewisse Ähnlichkeit zu A DAY TO REMEMBER erahnen. Es war jedenfalls ein genialer Schachzug, denn egal was man vom neuen EMMURE-Album erwartete, nach diesem androgynen Scenster-Overload brauchte man dringend einem Testosteron-Schub von Frankie Palmeri. Jetzt ist nun endlich der Tag gekommen und THESE HEARTS Debutalbum mit dem Namen FOREVER ENDED YESTERDAY liegt zum Review bereit.

Der erste Song "Apology Rejected" gibt direkt allen Vermutungen und Befürchtungen Recht: Es geht massiv in Richtung A DAY TO REMEMBER. Der Song wechselt im Fünf-Sekunden-Takt von zuckersüßem Gesang zu dickem Geprügel und vice versa. Gerade die Gesangsmelodien sind sich sehr ähnlich. Allerdings ist die Klangfarbe eine andere, da die Stimme doch um einiges höher ist und locker FALL OUT BOY übersteigt. Im Gegensatz dazu erreichen die geshouteten Parts niemals die Qualität und Tiefe eines Jeremy McKinnon und bleiben eher im Bereich Screamo hängen. So wirklich überspringen will der Funke beim ersten Song definitiv noch nicht, dafür wirken die Parts irgendwie ein bisschen zu wild zusammengfrickelt.

"Quitting While You're Behind" wirkt da schon eher wie aus einem Guss und dem geneigten Zuhörer wird klar, dass THESE HEARTS es wirklich drauf haben Gesangsmelodien mit Gangshouts zu kombinieren und daraus nette kleine Parts zu basteln. Dadurch erinnert die Band stellenweise auch gerne mal an FOUR YEAR STRONG. Mir persönlich ist die Stimmlage des Sänger dann aber doch das entscheidende Bisschen zu hoch und es fängt bereits beim dritten Song an mich zu nerven. Durch diesen Effekt wartet man irgendwie immer auf den "aggressiven Part", damit man diese furchtbare Stimme los ist. Leider ist das aber der Teil, bei dem der Band das gewisse Fingerspitzengefühl und Talent fehlt. Die "fetten" Ankündigungen und Breaks verschwimmen alle im Schema F und wirken etwas unbeholfen und unkreativ.

Die einzigen wirklichen Ausnahmen davon sind "Are You mad?", der die kompletten 1:40 auf Aggression setzt, und "Thinking In Terms Of Two", der als Acoustic-Ballade mit Frauen-Gesang im Hintergrund aufwartet. Jedenfalls glaube ich, dass das eine Frau ist, man kann sich da hier leider nie so wirklich sicher sein. Auf Album-Länge hält man sich inklusive Schmuse-Ballade dann also doch verdächtig genau an das Erfolgsrezept, was schon vor 6 jahren für AND THEIR NAME WAS TREASON funktioniert hat.

Als Debutalbum ist FOREVER ENDED YESTERDAY wirklich solide Arbeit geworden. In jetziger Form sind THESE HEARTS allerdings trotzdem nur eingeschränkt empfehlenswert. Es gehört leider erstmal eine gehörige Portion Überwindung dazu, überhaupt über die Scenester-Outfits der Band hinwegzusehen und sich nur auf die Musik zu konzentrieren. Ist das geschafft stellt man dann nämlich überrascht fest, dass sie "garnicht schlecht" sind. Man sollte die Band definitiv für die Zukunft im Auge behalten, denn das Talent für gute Melodien ist vorhanden. Wer weiß, wenn die Jungs mal erwachsen werden, sich vernünftig anziehen und aufhören sich in Interviews wie kleine Mädchen zu benehmen, könnte hier eine richtig große Nummer draus werden.

Tracklist:
01. Apology Rejected
02. Quitting While You’re Behind
03. Denial Is Not Just A River In Egypt
04. Romans 15
05. Self Respect
06. Forever Ended Yesterday
07. Are You Mad?
08. She’d Like To Wear Pants, But…
09. Live To The Points Of Tears
10. Thinking In Terms Of Two
11. Dime A Dozen

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Georg

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