Plattenkritik

Tornapart - Ghost X-35

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Release Date: 02.05.2009
Datum Review: 12.11.2009

Tornapart - Ghost X-35

 

Mich würde einmal interessieren, wer hier solch antiquierte Hörspielserien wie John Sinclair oder aber auch Larry Brent hört. Ich für meinen Teil höre beides sehr gerne und muss gestehen, dass mich der Anfang von „Ghost X-35“, der aktuellen EP von TORNAPART schwer daran erinnert. Es sind diese geheimnisvollen elektronischen Töne, die nichts Gutes verheißen. Im Falle der Hörspiele weiß man, auf was man sich einlässt, nämlich auf einen Pakt mit dem Teufel. Den scheinen auch TORNAPART geschlossen zu haben und irgendwie scheint der rote Mann ihnen nicht wohlgesonnen gewesen zu sein.

„Ghost X-35“ ist ein zusammengeschustertes Crossover-Werk, das alles besitzt, nur keine Klasse. Die Samples, mit denen wirklich jeder Song untermalt ist, wirken lächerlich, hinzu kommt völlig talentfreier Sprechgesang von Gastrapper Jimmy Amokk. Textprobe gefällig? Bitte, hier ein Auszug aus „Medusa“: „Sie bittet mich sie zu ersticken, jedes Mal wenn wir beide ficken. Sie fährt mit ihren Nägeln über meinen Rücken. Deine Frau findet Erdbeeren in Champagner gut, meiner fließt der Jackie direkt über ihren Rücken“. Mehr muss an dieser Stelle wohl nicht gesagt werden.
Als wäre das noch nicht genug, reihen TORNAPART immer wieder alles aus den Bereichen Metal, Rap und Industrial aneinander und schaufeln sich damit ihr eigenes Grab. Zu keinem Zeitpunkt kommt hier irgendein Funke von Atmosphäre auf und man fängt an, diese Zirkusnummer zu verteufeln. Rotiert die Platte immer noch im Player, wird man in den nächsten Minuten aus dem Lachen wahrscheinlich nicht mehr rauskommen, denn mit dem Titel „X-35“ schießen TORNAPART den Vogel völlig ab. Die Frage mit welchem Programm dieses Synthesizer und Sample Interlude erstellt wurde, drängt sich unweigerlich auf und man kommt zu dem Entschluss, dass hier scheinbar ein alter Amiga 500 herhalten musste. Was ist das bitte? Selbst wenn das bisherige Grundgerüst der EP gestimmt hätte, könnte man die Band spätestens jetzt nicht mehr ernst nehmen. Genau das wird ihnen dann auch zum Verhängnis und nachdem man sich durch die weiteren Songs gequält hat, in der Hoffnung, doch noch etwas ansprechendes zu finden, nimmt „Ghost X-35“ auch schon sein Ende. Als Belohnung erhält der Hörer dann noch die reine Rapversion von "Medusa" und darf den genialen Zeilen von Jimmy Amokk noch einmal lauschen. Welch Genuss.

Machen wir uns nichts vor: Viele Köche verderben den Brei und im Falle von TORNAPART sind es sogar sieben an der Zahl. Sicherlich nicht ganz talentfrei und doch völlig daneben zockt man sich hier durch eine EP, die sich als hübsch geschmückte Mogelpackung erweist. Tatsache ist aber, dass Scheiße in Lametta verpackt immer noch Scheiße bleibt. Mehr gibt es hier nicht zu sagen, dazu fehlen mir einfach die Worte.

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Alex G.

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